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Bei der AWO Frankfurt gab es protzige Dienstwagen, überhöhte Gehälter und Mismanagement. Nun sieht die neue Spitze den Kreisverband wieder auf Kurs. Die Zeiten der Selbstbedienungsmentalität seien vorbei, heißt es.
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Bei der AWO Frankfurt gab es protzige Dienstwagen, überhöhte Gehälter und Mismanagement. Nun sieht die neue Spitze den Kreisverband wieder auf Kurs. Die Zeiten der Selbstbedienungsmentalität seien vorbei, heißt es.

AWO-Skandal

Frankfurt: AWO will Aufklärung fortsetzen

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Die Frankfurter AWO sieht sich nach dem Skandal um Ex-Chef Jürgen Richter wieder auf stabilen Kurs. Neue Fehlentwicklungen will sie etwa mit Hilfe eines Ombudsmanns verhindern.

Die frühere Führungsspitze der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) um den Ex-Geschäftsführer Jürgen Richter soll dem Kreisverband einen Schaden von etwa zehn Millionen Euro zugefügt haben. Das hat Petra Rossbrey, seit Februar 2020 Vorsitzende des ehrenamtlichen Präsidiums, am Donnerstag berichtet. Trotzdem sei es in den vergangenen knapp zwei Jahren gelungen, die AWO Frankfurt wirtschaftlich zu stabilisieren und die Gefahr einer Insolvenz zu bannen.

„Hunderte von Arbeitsplätzen und Gehältern konnten erhalten bleiben“, sagte Rossbrey. Zugleich habe die neue Spitze des Kreisverbands das „System Richter“, zu dem überzogene Gehälter, protzige Dienstwagen und ungerechtfertigte Vergünstigungen gezählt hätten, aufgeklärt und beseitigt. „Wir können mit einem gewissen Stolz auf das Geleistete zurückblicken“, sagte Rossbrey vor Journalist:innen.

AWO Frankfurt hat in Folge des Skandals vielen Führungskräften gekündigt

Außer der unmittelbaren Führungsspitze hat der Kreisverband, wie Rossbrey berichtete, in Folge des AWO-Skandals Führungskräfte aus dem Bereich Finanzen und Personal entlassen. Ein Drittel der früheren Beschäftigten der Verwaltung arbeite inzwischen nicht mehr bei der AWO, hieß es. In 15 Fällen seien zu hohe Gehälter gekürzt, in 50 Fällen ungerechtfertigte Verträge über geringfügige Beschäftigung gekündigt worden, die zum Teil als verdeckte Gehaltserhöhungen gedient hätten. Von einst 28 Dienstwagen sollen bald nur noch fünf Mittelklassewagen übrig sein, hieß es weiter.

„Wir haben Schluss gemacht mit der Selbstbedienungsmentalität“, sagte Rossbrey. Es gebe inzwischen eine neue Haltung bei der Frankfurter AWO, „ein Selbstverständnis, das an Moral orientiert ist“. Zudem nehme das Präsidium, dem sie vorsitzt, seine Aufsichtsfunktion sehr ernst. Die Zeiten eines „Durchwinkens“ seien vorbei. Die Sitzungen seien geprägt von kontroversen Diskussionen.

Ombudsmann soll Hinweisen auf Verstöße bei AWO Frankfurt nachgehen

Um neue Fehlentwicklung zu verhindern, hat der Kreisverband einen externen Ombudsmann berufen, an den sich ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter:innen mit Informationen über Missstände wenden können. Rechtsanwalt Felix Rettenmaier soll sich aber auch mit den zahlreichen anonymen Hinweisen beschäftigen, die es noch zu Verstößen in der Vergangenheit gibt.

Nun sei es sehr wichtig für den Kreisverband, die Gemeinnützigkeit wiederzuerlangen, machten der neue Vorstandschef Steffen Krollmann und der neue Finanzvorstand Axel Dornis klar. Im Sommer hatte die Oberfinanzdirektion diese dem Kreisverband für die Jahre 2014 bis 2017 aberkannt, was für die AWO nach eigenen Angaben Steuernachzahlungen im mittleren sechsstelligen Bereich bedeutet. Inzwischen habe der Kreisverband die Voraussetzungen geschaffen, um die Gemeinnützigkeit wiedererlangen zu können, so Krollmann.

Trotz der Corona-Pandemie hat die Frankfurter AWO im vergangenen Jahr sogar einen Überschuss erzielt. Der von Dornis vorgestellte Jahresabschluss weist ein bereinigtes Ergebnis von mehr als einer Million Euro aus, das allerdings durch Sondereffekte wie den Verkauf einer Immobilie geprägt ist. Auch für das laufende Jahr rechnet der Kreisverband aber mit einem deutlich positiven Jahresergebnis.

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