In der AWO-Zentrale im Ostend von Frankfurt wundert man sich über das Revisionsamt.
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In der AWO-Zentrale im Ostend von Frankfurt wundert man sich über das Revisionsamt.

AWO-Affäre

Fraktionen empört – AWO Frankfurt weist Kritik der Stadtverwaltung zurück

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Das Revisionsamt in Frankfurt beklagt mangelnde Kooperation der AWO bei der Prüfung von Zuwendungen. Fast alle Fraktionen reagieren empört.

  • Revisionsamt unzufrieden mit der Zusammenarbeit mit der AWO
  • Frankfurt: Fraktionen empört über mangelnde Kooperation.
  • Die AWO in Frankfurt stellt die Vorgänge ganz anders dar.

Die AWO in Frankfurt wehrt sich gegen Kritik aus dem städtischen Revisionsamt, sie lasse bei der Untersuchung, wie Zuwendungen der Stadt verwendet wurden, den Willen zur Kooperation vermissen. „Wir sind erstaunt über die Aussagen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Steffen Krollmann.

Wieder Ärger um AWO in Frankfurt: Fast alle Fraktionen empört

Der Leiter des Revisionsamtes, Hans-Dieter Wieden, hatte am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss über den Stand der Überprüfungen berichtet. Dabei geht es um die Frage, ob die städtischen Zuwendungen etwa für Kitas von der Arbeiterwohlfahrt vertragsgemäß verwendet wurden. Wieden beklagte, er erhalte vom Kreisverband kaum Unterstützung.

Wörtlich sagte er: „Entgegen öffentlicher Beteuerungen haben wir auch vom AWO-Kreisverband selbst keine Unterlagen erhalten beziehungsweise keinen Einblick in die dem AWO-Kreisverband Frankfurt vorliegenden Berichte“. Auch der vom Stadtschulamt, vom Jugend- und Sozialamt sowie der Stabstelle Flüchtlingsmanagement beauftragte Wirtschaftsprüfer habe vom AWO-Kreisverband Frankfurt nicht alle erbetenen Auskünfte und Unterlagen erhalten.

AWO Frankfurt stellt Abläufe anders da

Die Stadtverordneten fast aller Fraktionen reagierten empört auf Wiedens Bericht. CDU-Fraktionschef Nils Kößler fragte nach „Zwangsmitteln zur Mitwirkung“ (die es laut Wieden aber nicht gibt). Michael Müller von der Linke sagte: „Die Verantwortlichen haben nicht kapiert, worum es geht.“

Die Frankfurter AWO stellte die Abläufe am Mittwoch aber ganz anders dar. Bis auf ein Gespräch „hatten wir keinen direkten Kontakt zum Revisionsamt der Stadt Frankfurt oder haben Anforderungen von Unterlagen oder Fragen durch dieses erhalten“, sagte Krollmann. Der von der Stadt beauftragte Wirtschaftsprüfer sei von der AWO unterstützt worden. Lediglich in einem Sonderfall habe er die angefragten Dokumente nicht erhalten.

Auch der Bundesverband der AWO zeigte sich verwundert über Kritik, die Wieden geäußert hatte. Der Amtsleiter hatte gesagt, die Bitte nach einem Prüfbericht des Bundesverbands zu den Vorgängen im Kreisverband sei „barsch abgelehnt“ worden. „Auf die Anfrage im vergangenen Juli haben wir uns unverzüglich zurückgemeldet“, erwiderte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler.

AWO-Affäre in Frankfurt: Bundesverband irritiert

Der Bundesverband habe in dem Gespräch erklärt, „dass die Prüfung der Zuwendungen der Stadt Frankfurt selbstverständlich nicht in den Aufgabenbereich des Bundesverbandes fallen konnte und wir somit keine eigenen Erkenntnisse diesbezüglich hatten“. Anschließend habe er vom Revisionsamt nichts mehr gehört. (Georg Leppert)

Wegen der Affäre um die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Frankfurt wurde gegen Funktionäre ermittelt. Nun wird auch gegen OB Peter Feldmann ein Verfahren eingeleitet.

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