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Frankfurt: Awo fordert 3,2 Millionen Euro vom Wiesbadener Kreisverband zurück

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Von: Steven Micksch

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Die Aufarbeitung des Awo-Skandals dauert an.
Die Aufarbeitung des Awo-Skandals dauert an. © Renate Hoyer

Die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt entdeckt falsche Abrechnungen von Personalkosten. Für zwei Beschäftigte des Rechnungswesens hat das harte Konsequenzen.

Die Awo Frankfurt hat bei ihrer Aufarbeitung des Awo-Skandals Hinweise gefunden, die den Verdacht nahelegen, dass der Kreisverband Frankfurt durch die bewusst falsche Abrechnung von Personalkosten über mehrere Jahre um rund 3,2 Millionen Euro betrogen wurde. Die Rechnungen kamen vom Kreisverband Wiesbaden, dessen Geschäftsführerin Hannelore Richter war, die Ehefrau des ehemaligen Chefs der Frankfurter Awo.

Wie die Arbeiterwohlfahrt der FR mitteilte, wurden Beträge für Mitarbeiter an den Wiesbadener Kreisverband gezahlt, die dort nicht beschäftigt waren. Es waren beim Kreisverband Frankfurt Angestellte, von denen Wiesbaden behauptet habe, dass sie Frankfurt überlassen wurden. Außerdem wurden Honorarsätze für Geflüchtete bezahlt, die in ihrer Höhe nicht gerechtfertigt waren und vom ursprünglich vereinbarten Satz abwichen. Die Rechnungen, so Steffen Krollmann, Vorstandsvorsitzender der Awo Frankfurt, seien vom damaligen Wiesbadener Awo-Vorstandsmitglied Murat Burcu gestellt worden.

Krollmann betont, dass es sich bei den 3,2 Millionen Euro um Mittel des Kreisverbandes Frankfurt handele. Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt seien dadurch nicht geschädigt worden. Die Awo habe die Summe selbst getragen.

Möglich wurden diese nun entdeckten Zahlungen, weil die Rechnungen damals nicht auf sachliche Richtigkeit geprüft wurden. Eine ordnungsgemäße Prüfung hätte den Betrug aufdecken müssen, hieß es. Einer verantwortlichen beschäftigten Person sei deshalb fristlos gekündigt worden, eine weitere wurde freigestellt. Dort soll die Kündigung noch erfolgen. Gegen die beiden und drei weitere Verantwortliche ist den Angaben zufolge Anzeige erstattet worden. Den Beteiligten drohen nun Schadensersatzforderungen. Darüber hinaus fordert der Frankfurter Verband nun die 3,2 Millionen Euro vom Kreisverband Wiesbaden zurück. Steffen Krollmann sagte der Frankfurter Rundschau: „Ich denke nicht, dass wir die gesamte Summe zurückbekommen.“ Er hoffe aber auf einen Teilbetrag, der aus der Insolvenzmasse ausgezahlt werden könnte.

Bei früheren Prüfungen von Unterlagen hatte die Awo Frankfurt bereits eine andere Betrugsmasche bemerkt. Dabei seien vom Frankfurter Verband Spenden gefordert worden, weil Wiesbaden Angestellte vermeintlich überlassen hatte. Auch in diesem Fall waren es aber Personen, die beim Frankfurter Kreisverband angestellt waren. Durch die als Spende deklarierte Summe habe man wohl auch die Umsatzsteuer vermeiden wollen.

Durch diese Masche seien der Awo Frankfurt bereits ein Schaden von rund 800 000 Euro entstanden. Dadurch belaufe sich die gesamte Schadenssumme aktuell auf mehr als vier Millionen Euro.

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