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Frankfurt: AWO-Chef verneint Spenden an Feldmann

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Von: Georg Leppert

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Steffen Krollmann ist seit August 2020 Vorstandsvorsitzender der Frankfurter AWO.
Steffen Krollmann ist seit August 2020 Vorstandsvorsitzender der Frankfurter AWO. © Renate Hoyer

Steffen Krollmanns Recherchen in den Büchern der Arbeiterwohlfahrt stützen die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den Frankfurter OB nicht.

Welche Rolle spielte eine angebliche Spendensammlung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) für Peter Feldmann (SPD) im OB-Wahlkampf 2018? Und welche Gegenleistung wurde der AWO von Feldmann versprochen? Um diese Fragen wird es im Korruptionsprozess gegen den Frankfurter Oberbürgermeister gehen, für den das Frankfurter Landgericht die Anklage zugelassen hat. Steffen Krollmann, seit August 2020 Vorstandsvorsitzender der Frankfurter AWO, sieht keine Hinweise auf eine Schuld Feldmanns.

Krollmann hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den Geschäftspraktiken früherer AWO-Verantwortlicher beschäftigt und dabei festgestellt: Eine Zahlung des Frankfurter Kreisverbands an Peter Feldmann oder die SPD gab es nicht. Auch finden sich laut Krollmann keine Hinweise darauf, dass im Namen der AWO für Feldmann gesammelt wurde.

Im Prozess könnte das wichtig werden, denn die Staatsanwaltschaft geht laut Anklage davon aus, dass die AWO Feldmann im OB-Wahlkampf 2018 „durch Einwerbung von Spenden unterstützt“ habe. Weiter heißt es: „Im Gegenzug soll der Angeschuldigte (Peter Feldmann, d. Red.) mit der damaligen Verantwortlichen der AWO stillschweigend übereingekommen sein, dass er bei seiner Amtsführung künftig die Interessen der AWO Frankfurt wohlwollend berücksichtigen werde“.

Frankfurt: Keine Hinweis auf Vorteile für die AWO

Zumindest von AWO-Konten sei kein Geld im Wahlkampf geflossen, erklärte Krollmann am Montag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Ob die damals Verantwortlichen privat für Feldmann gesammelt haben, könne er nicht sagen.

Auch für Vorteile, die die AWO durch Feldmanns Wahlsieg über die CDU-Kandidatin Bernadette Weyland gehabt haben könnte, hat Krollmann keinen Hinweis in den Unterlagen gefunden. Der Vorstandsvorsitzende hält es für sehr fraglich, dass der Oberbürgermeister der AWO tatsächlich entgegengekommen ist. Dafür wäre Peter Feldmann schlicht der Falsche gewesen. Entscheidungen, die für die AWO von Interesse waren, seien im Sozial- und im Bildungsdezernat gefallen, nicht aber im Büro des Oberbürgermeisters.

Tagung in Frankfurt: Feldmann verliert Schirmherrschaft

Unterdessen geht Feldmann in den sozialen Medien in die Offensive. Auf Facebook veröffentlichte der Oberbürgermeister den gesamten Wortlaut der Rede, die er am Donnerstagabend im Stadtparlament gehalten hatte. Feldmann lehnt darin einen von der großen Mehrheit der Stadtverordneten geforderten Rücktritt ab und beklagt sich unter anderem über die Berichterstattung in den Medien, insbesondere über Formulierungen wie „Pattex-Peter“. Die meisten Leser:innen des Beitrags äußern sich jedoch kritisch zu Feldmann.

Das tun auch die Organisator:innen der Artenschutzkonferenz „Save the blue Planet“ an der Goethe-Universität. Sie entzogen Feldmann die Schirmherrschaft für die für den 24. Juni geplante Veranstaltung. Mangels Vertrauen sei „keine gemeinsame Basis mit unserer Projektphilosophie“ mehr zu erkennen, heißt es in einer Mail an Feldmann und die Römer-Fraktionen, die der FR vorliegt.

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Textes hatten wir ein Foto verwendet, das nicht Steffen Krollmann, sondern AWO-Finanzvorstand Axel Dornis zeigt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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