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Stau gehört in Frankfurt zum automobilen Alltag.

120 Stunden Zeitverlust

Autopendler stehen in Frankfurt  ständig im Stau

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Autopendler nach Frankfurt verlieren rund 120 Stunden im Jahr. Besonders zur Rush Hour nimmt die Verkehrsdichte zu.

Um nach Frankfurt zu kommen, mussten Autofahrer im vergangenen Jahr knapp ein Drittel mehr Zeit einplanen, als wenn die Straßen frei gewesen wären. Das ergab eine Auswertung des Navigationsgeräteherstellers Tom Tom. Die Hochrechung beruht auf Daten der Navigationsgeräte, von Automobilkonzernen wie Daimler und VW sowie Smartphones des Technologiekonzerns Apple. Ausgewertet wurden 154 Millionen gefahrene Kilometer. Das Stauniveau stieg demnach um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr.

Aufs Jahr gerechnet haben Autopendler in Frankfurt demnach 121 Stunden im Stau verloren – das entspricht drei Wochen Arbeitszeit bei einer Vollzeitstelle.

Verkehr in Frankfurt am Donnerstag am dichtesten

Besonders kritisch sieht es demnach in der Rushhour morgens und abends aus. In den Berufsspitzen von 6 bis 9 Uhr und von 16 bis 18 Uhr brauchen die Autopendler demnach sogar um mehr als die Hälfte länger. Statt einer halben Stunde von der Wohnung bis zum Arbeitsplatz seien die Autofahrer in diesen hochbelasteten Zeiten eine Dreiviertelstunde unterwegs, erläutert ein Tom-Tom-Sprecher.

„Besonders schlimm ist es am Donnerstagnachmittag“, sagte er. Dann sei der Verkehr auf den Straßen am dichtesten. Am Freitag sowie am Montagnachmittag sei am wenigsten los. Das liege daran, dass Freitag ein typischer Homeoffice-Tag sei, und am Montagmorgen Wochenpendler in die Stadt kämen, die am Montagabend nicht wieder aus Frankfurt hinausfahren würden.

Verkehr in Frankfurt: Rund 376.000 Pendler

Aufs Jahr gerechnet seien am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember, am wenigsten Autos auf den Straßen gewesen. Am meisten los war demnach am 11. Dezember, was am Wintereinbruch gelegen habe. Wenn es hagele, schneie, stark regne oder neblig sei, passten sich Autofahrer den Wetterverhältnissen an und hielten mehr Abstand. Das habe zur Folge, dass weniger Autos über die Ampel kämen, und sich der Verkehr staue. Großevents wie Fußballspiele haben demnach keinen „signifikaten Einfluss“ auf die Verkehrssituation in der gesamten Stadt, wohl aber auf angrenzende Straßen.

Nach Frankfurt pendelten nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zuletzt rund 376 000 Menschen, aus Frankfurt heraus rund 99.000 Menschen. Gemessen an der Einwohnerzahl von rund 750 000 Menschen ist Frankfurt die deutsche Pendlerhauptstadt. Auch ohne Einpendler ist die Dichte von Fahrzeugen in der Stadt hoch. Laut Ordnungsamt sind rund 430.000 Fahrzeuge in Frankfurt zugelassen.

Auf drei Straßen verbringen Pendler die meiste Zeit 

Die drei Straßen, auf denen Pendler in Frankfurt laut Stauindex am meisten Zeit verloren haben, waren den Angaben zufolge die Kurt-Schumacher-Straße zwischen Alter Brücke und Battonnstraße sowie die Bockenheimer Landstraße zwischen Arndtstraße und Unterlindau; außerdem staute es sich oft auf der Gartenstraße zwischen Dürerstraße und Schweizer Straße. Hoffnung macht dem Tom-Tom-Sprecher die Digitalisierung des Verkehrs. So habe die Stadt rund um die Messe Frankfurt digitale Schilder und Schilderbrücken aufgestellt, um Besucher zu den Parkhäusern zu leiten. Das habe den Verkehrsfluss verbessert.

Dass sich die Verkehrsmenge in der Stadt ohne verkehrspolitische Maßnahmen verringern lasse, hält er für nicht wahrscheinlich, da die Einwohnerzahl, die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge und der Pendler stetig zunehme.

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