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Im Frankfurter Stadtteil Riederwald stauen sich die Fahrzeuge täglich im Berufsverkehr - der Tunnel soll Abhilfe schaffen.

Lärmschutz

Autobahn-Ausbau in Frankfurt: Neue Fenster für hunderte Häuser in Riederwald

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Hessen Mobil will die Autobahn A66 im Frankfurter Osten ausbauen. Weil der Lärm Grenzwerte überschreiten wird, sollen hunderte Häuser Lärmschutzfenster bekommen – Kosten in Millionenhöhe.

  • Ausgebaute Autobahn A66 in Frankfurt wird Lärmschutz-Grenzen überschreiten
  • Amwohner in Frankfurt können bis Ende März gegen die Änderungen klagen
  • Lärmschutzfenster für hunderte Häuser in Frankfurt geplant

Frankfurt-Riederwald - Im Frankfurter Osten werden in Hunderten Wohnungen Lärmschutzfenster eingebaut. Wie aus dem 618 Seiten langen Planfeststellungsbeschluss für den Riederwaldtunnel hervorgeht, überschreitet der Lärm durch die geplante Autobahn die Grenzwerte an zahlreichen Orten tagsüber und nachts, obgleich Lärmschutzwände gebaut werden.

Allein in Frankfurt-Riederwald sei daher für 117 Wohnungen sogenannter passiver Lärmschutz vorgesehen. Die betroffenen Wohnungen befinden sich am Erlenbruch, am Johanna-Tesch-Platz, im Theodor-Haubach-Weg und in der Schulze-Delitzsch-Straße. Informiert werden die Eigentümerinnen und Eigentümer per Post, spätestens zwölf Monate nachdem der Planfeststellungsbeschluss in Kraft tritt.

Autobahn-Ausbau in Frankfurt: Mehr Verkehr erwartet

Hessen Mobil will im Auftrag des Bundes von Ende 2021 bis Ende 2029 die Autobahnen A66 und A661 mit dem Riederwaldtunnel verbinden. 1,1 der 2,2 Kilometer langen Neubaustrecke liegen im Tunnel.

Wie aus den Unterlagen hervorgeht, fuhren 2015 auf diesem Abschnitt noch 30.100 Fahrzeuge am Tag über die A66. 2030 sollen es den Prognosen zufolge 108.900 Fahrzeuge sein. Der Anteil der Lkw liegt demnach tags bei bis zu 14 Prozent und nachts bei bis zu 16 Prozent. „Es wird also im Zuge der Realisierung des Teilabschnitts Tunnel Riederwald zu einer erheblichen Verkehrssteigerung und damit auch verbundenen Lärmerhöhungen kommen“, heißt es.

Hessen Mobil will keine Autobahn-Einhausung – zu teuer

Eine Einhausung der Autobahnen A661 und A66 zwischen Friedberger Landstraße und Autobahndreieck Erlenbruch lehnt Hessen Mobil ab. Die Einhausung zu bauen und zu erhalten würde 430 Millionen Euro kosten. Pro Schutzfall kämen dadurch 350 000 Euro an Kosten zustande. Dies sei unverhältnismäßig gegenüber der Lösung mit Lärmschutzwänden und -fenstern, die Hessen Mobil vorsieht. Diese Lösung koste 16 Millionen Euro, also 17 000 Euro pro Schutzfall.

In Seckbach und Bornheim sind Lärmschutzfenster für 131 Wohnungen geplant. Sie befinden sich in der Berger Straße, Buchwaldstraße, Kettelerallee, Kohlbrandstraße, Seckbacher Landstraße, Melsunger Straße, Heinz-Herbert-Karry-Straße, Wilhelmshöher Straße und im Pflegeheim Hufeland-Haus.

Autobahn-Ausbau Frankfurt: Hunderte Häuser von Lärm betroffen

 Für New Atterberry steht den Angaben zufolge der Lärmschutz noch nicht fest. Er werde erst „im Verfahren A661 Ostumgehung Frankfurt“ beantragt. In diesem Verfahren wird der Ausbau der Autobahn A661 festgelegt. Derzeit planen die Stadt Frankfurt und Hessen Mobil eine Einhausung zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße ein.

Während der acht Jahre langen Bauzeit des Riederwaldtunnels haben zahlreiche Wohnungen darüber hinaus ein Recht auf Entschädigungen wegen der „unzumutbaren Lärmbeeinträchtigungen“, wie es heißt. Eine Entschädigung soll es für 143 Gebäude sowie 124 Kleingärten und Spielplätze geben. Eine Entschädigung plus passiven Schallschutz erhielten 49 Gebäude.

Wegen Autobahn-Ausbau: 6-Meter-Wand an Schule in Frankfurt

Lärmschutzfenster wegen des Baulärms bekommen unter anderem Wohnungen am Erlenbruch, in Flinschstraße, Friedrich-List-Straße, Görresstraße, Vatterstraße, Wächtersbacher Straße, Karl-Marx-Straße, Rümelinstraße, Schäfflestraße. Auch die Pestalozzischule erhält Lärmschutzfenster: auf der Südseite vom Erdgeschoss bis in den dritten Stock.

Die temporären Schallschutzwände, die Hessen Mobil während der Bauzeit aufstellt, sind zwei bis zehn Meter hoch. An der Pestalozzischule ist wegen des geringen Platzes eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand vorgesehen. Für die 14 Klassenzimmer wird eine dezentrale Lüftungsanlage eingebaut.

Das Projekt

Als Riederwaldtunnel wird der 2,2 Kilometer lange Lückenschluss zwischen den Autobahnen A66 und A661 im Frankfurter Osten bezeichnet. 108 900 Autos am Tag werden erwartet. Die Autobahn führt durch den Stadtteil Riederwald. Die Hälfte der Strecke liegt im Tunnel.

Die hessische Straßenbaubehörde Hessen Mobil plant den Ausbau von Ende 2021 bis Ende 2029. Derzeit laufen die Vorarbeiten. Von 2021 an übernimmt die Autobahn GmbH des Bundes den Bau. Die Kosten wurden zuletzt mit 477 Millionen angegeben.

Anwohnerinnen und Anwohner haben bis Ende März die Möglichkeit, gegen die geänderten Pläne zu klagen. Der Planfeststellungsbeschluss lässt sich online abrufen.


Von Florian Leclerc

Mit dem Autobahn-Ausbau der A66 in Frankfurt geht auch der Verlust von Wald einher.

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