Zulassungsstelle Frankfurt zu Corona-Zeit
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Schneller geht es, wenn man online einen Termin vereinbart.

Mobilität

Auto zulassen dauert zwei Wochen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Frankfurter Zulassungstelle arbeitet einen Berg an Vorgängen ab. Bald ist die Online-Terminvergabe möglich.

Wer als Privatkunde einen Neuwagen anmelden oder das alte Auto stilllegen lassen will, wartet in Frankfurt derzeit zwei Wochen auf einen Termin. Das gaben Karin Müller, die Leiterin des Ordnungsamts, der zuständige Stadtrat Markus Frank (CDU) und die stellvertretende Leiterin der Zulassungsstelle, Martina Geske-Habig, bekannt.

Besser sieht es den Angaben zufolge für gewerbliche Kunden aus. Sie müssen sich sieben Arbeitstage, sprich eineinhalb Wochen, gedulden, bis ihr Anliegen bearbeitet werden kann. „Im Juli waren es noch drei Wochen Wartezeit“, sagte Geske-Habig.

Der Grund für die nach wie vor lange Wartezeit ist der vierwöchige Lockdown der Zulassungstelle am Römerhof 19 am Anfang der Coronapandemie im März und April. Damals hat sich ein Berg von Vorgängen angesammelt. 4000 E-Mails von Privatkunden und 4000 Vorgänge bei gewerblichen Kunden blieben liegen.

Das ließ die Kundinnen und Kunden, die sich zum Beispiel ein neues Auto gekauft hatten, den Wohnwagen für den Sommerurlaub anmelden wollten oder eine Tour mit dem im Winter abgemeldeten Motorrad vorhatten, nicht unberührt. Sie riefen bei der Zulassungsstelle an, sie schickten E-Mails in Massen.

Service

Kundinnen und Kunden müssen Termine bei der Zulassungsstelle am Römerhof 19 in Frankfurt per Telefon oder Mail im Voraus vereinbaren.

Die Telefonnummer lautet 069/212 42750; die Mailadresse kfz-Zulassung@stadt-frankfurt.de

Die Zulassungsstelle hat folgende Öffnungszeiten: Montag 8-13 Uhr, Dienstag und Mittwoch 7.30-13 Uhr, Donnerstag 10-18 Uhr und Freitag 7.30-12 Uhr.

Ab 1. September ist die Online-Terminvergabe möglich auf der Website www.frankfurt.de, dann nach dem Stichwort Zulassungsstelle suchen. fle

Allein im Juli gingen den Angaben zufolge mehr als 10 000 Anrufe bei der Behörde ein. Im Juni klingelte mehr als 100 000-mal das Telefon, etwa 15-mal häufiger als sonst. Damit war die Zulassungsstelle überfordert. Das Servicezentrum hat seit Jahren 102 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Zulassungstelle 50. Gleichzeitig steigen die Einwohnerzahl und die Anzahl der Pkw in Frankfurt.

Um die Zulassungsstelle bei den Telefonaten und dem Beantworten der E-Mails zu entlasten, setzte die Stadt kurzfristig 39 Personen aus anderen Fachbereichen ein. Dazu zählten Kita-Angestellte, Praktikanten und Auszubildende.

Diese wurden zunächst angelernt, was Ressourcen band, bald aber Spielraum für die ständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schuf, welche sich um die Altfälle kümmern konnten. „Mittlerweile haben wir den Rückstand von 4000 Vorgängen auf 1000 Vorgänge reduziert“, berichtete Geske-Habig.

Wie sie auf Nachfrage ausführte, setzte die Zulassungstelle dabei Prioritäten. Die Anfragen würden nach dem Datum der Einreichung abgearbeitet. Altfälle aus dem März und April gebe es nicht mehr. Der Rückstand betrage nun sieben Arbeitstage, sagte Geske-Habig.

Dennoch ist die Situation in der Behörde anders als vor der Pandemie. Kundinnen und Kunden können nicht mehr ohne Termin vorbeikommen und davon ausgehen, dass ihr Anliegen am selben Tag bearbeitet wird. Sie müssen einen Termin ausmachen, entweder telefonisch oder per E-Mail. Selbstverständlich gilt Maskenpflicht und es muss Abstand gehalten werden.

Ab Dienstag, 1. September, wird es eine Online-Terminvergabe geben. Termine können bis zu fünf Wochen im Voraus ausgemacht werden. Die Zulassungsstelle ist unter anderem für An- und Abmelden von Fahrzeugen, Halterwechsel, Kurzzeitkennzeichen zuständig.

Vom Online-Anmeldeverfahren erhofft sich die Zulassungstelle bis zu zehn Prozent mehr Kapazität für ihre Aufgaben. „Das Wichtigste ist nun, den Berg abzuarbeiten“, sagte Stadtrat Frank.

Beim Bürgeramt gibt es die Online-Terminvergabe schon – zum Beispiel, wenn Bürgerinnen und Bürger eine neue Meldeadresse angeben wollen oder einen neuen Personalausweis benötigen.

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