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Frankfurt: Ausschuss streitet über Gewerbegebiet bei Ikea

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Stadtteilpolitiker rufen im Planungsausschuss zu einer Demo gegen ein Gewerbegebiet in Nieder-Eschbach auf – und stellen sich damit gegen die Römer-Koalition. Die verteidigt die Pläne.

Vertreter der Fraktionen im Nieder-Eschbacher Ortsbeirat haben nun im Planungsausschuss Widerstand gegen die Ausweisung eines Gewerbegebiets nördlich des Ikea-Einrichtungshauses angekündigt. Gegen ein Gewerbegebiet an dieser Stelle spreche, dass Felder versiegelt würden, dass dieses nah an die Wohngebiete rücke und dass der Stadtteil jetzt schon unter dem vielen Verkehr ächze. sagte Tanja Raab-Rhein, Fraktionschefin der CDU im Ortsbeirat 15. Rainer Drephal von der Freien Wählern wies auf eine Demonstration unter dem Motto „Nieder-Eschbach wehrt sich“ hin, zu der alle Fraktionen im Ortsbeirat für Freitag, 4. September, 17 Uhr, aufrufen.

Nach langen Gesprächen hatten sich Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) auf einen Kompromiss verständigt, nach dem die Flächen für Gewerbe entwickelt werden sollen, im Ausgleich aber der Grüngürtel wachsen soll. Als Resultat will der Magistrat nun das Gewerbeflächenentwicklungskonzept mit dem Auftrag, ein Gewerbegebiet im Areal näher zu untersuchen, und eine Vorlage für einen Grüngürtelpark Nieder-Eschbach gemeinsam beschließen.

Die breite Ablehnung der Pläne im Stadtteil zeige, dass der Magistrat etwas falsch gemacht habe, sagte Michael Müller (Linke) am Montagabend. Dieser hätte etwa den Ortsbeirat früh einbeziehen müssen. Mathias Mund (BFF) sprach von einem „Hauruckverfahren“ und warnte davor, Agrarflächen zu betonieren.

CDU-Fraktionschef Nils Kößler wies darauf hin, dass nicht einmal der Magistrat die Pläne beschlossen hat. Sobald dies geschehe, werde auch im Ortsbeirat über diese diskutiert. Zugleich nannte er es notwendig, neue Gewerbegebiet in Frankfurt in den Blick zu nehmen. Planungsdezernent Josef sagte, gerade kleine Unternehmen, die expandieren wollen, hätten es schwer, in den bestehenden Gewerbegebiete etwas bezahlbares zu finden. Uli Baier (Grüne) betonte, es handele sich nur um einen Prüfauftrag und stellte heraus, dass nun auch der dem Stadtteil seit Jahrzehnten versprochene Grüngürtelpark entstehen soll.

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