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Frankfurt: Ausgezeichneter Naturschutz

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Von: Thomas Stillbauer

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Txai Suruí (Brasilien).
Txai Suruí (Brasilien). © Mboakara Uru-eu-wau-wau / WWF-Brazil

Der Bernhard-Grzimek-Preis 2022 der KfW geht an Engagierte aus Indien und Brasilien. Besonderer Einsatz für Indigene und Frauen.

Rohit Singh und Txai Suruí sind am Mittwochabend in Frankfurt mit dem Bernhard-Grzimek-Preis 2022 der KfW-Stiftung geehrt worden. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 50 000 Euro dotiert. Sie soll in diesem Jahr inklusive Ansätze im Naturschutz würdigen und die nächste, junge Generation beim Naturschutz in den Fokus stellen.

Der 39-jährige Inder Rohit Singh erhalte den Preis für sein Engagement für Ranger in Naturschutzgebieten weltweit, teilt die Stiftung mit. Er sei maßgeblich an der Gründung der Universal Ranger Support Alliance beteiligt gewesen und setze sich ein für die Anerkennung der Leistungen von Rangern, ihre weltweite Vernetzung und die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Die Organisation kümmere sich sowohl um staatliche als auch nichtstaatliche Akteure, also auch um indigene Ranger und solche aus lokalen Gemeinschaften. Sie setze sich für die Gleichberechtigung von Frauen im Rangerberuf ein.

Führungsrolle für Indigene

Txai Suruí (25), mit vollständigem Namen Walelasoetxeige Paiter Bandeira Suruí, wurde für ihren Einsatz für Klimaschutz und die Rechte der Indigenen ausgezeichnet. In ihrer Heimatregion Rondonia im Amazonasgebiet habe sie eine Jugendbewegung gegründet, die engagierte junge Menschen zusammenbringe, um über Politik, die Klimakrise und die Notwendigkeit zu diskutieren, Naturschutzgebiete zu verteidigen, lobt die Jury. Zentrales Anliegen: die indigenen Völker in den Mittelpunkt der Lösungsansätze beim Naturschutz zu stellen.

Die Bewahrung von Naturräumen und Ökosystemen für die nächsten Generationen sei eine der großen Aufgaben der Zeit, betonte Lutz-Christian Funke vom Vorstand der KfW-Stiftung bei der Preisverleihung. Rohit Singh und Txai Suruí hätten sich der Aufgabe mit verschiedensten Methoden gewidmet: „Ihre Bereitschaft, sich für den Schutz von bedrohten Lebensräumen einzusetzen und damit biologische Vielfalt für uns alle zu erhalten, hat Vorbildcharakter.“

Im Namen der Jury sagte der „GEO“-Chefredakteur Jens Schröder: „Rohit und Txai setzen sich mit ihrer Arbeit dafür ein, die Menschen vor Ort in den Mittelpunkt der Schutzanstrengungen zu stellen.“ Ohne beruflich engagierte Ranger und indigene Gemeinschaften seien die großen Herausforderungen im Klima- und Biodiversitätschutz nicht zu bewältigen.

Der KfW-Bernhard-Grzimek-Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Er ist nach dem früheren Direktor des Frankfurter Zoos und Präsidenten der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt benannt, Pionier des Umwelt- und Tierschutzes in Deutschland, wie die KfW hervorhebt. In der Jury entscheiden Fachleute aus Forschung und Naturschutz, etwa aus der Goethe-Uni, dem Zoo und der Senckenberg-Gesellschaft.

Rohit Singh (Indien).
Rohit Singh (Indien). © Lauren Simmonds / WWF

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