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Das Aris Quartett spielt in der IGS Herder.

Musik

Frankfurt: Ausflug in die Welt der klassischen Musik

Die Frankfurter Museums-Gesellschaft bringt ihr erfolgreiches Streichquartett in die integrierte Gesamtschule Herder.

Als Auftakt spielen die vier Streicherinnen und Streicher ein Satz aus dem Werk Joseph Haydns, dem „Vater des Streichquartetts“, wie ihn Lukas Sieber nennt. Sieber (Violoncello) ist derjenige, der zu Beginn des einstündigen Gesprächskonzerts in der Aula der IGS Herder das Streichquartett vorstellt.

Der Cellist führt Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klasse am Dienstag durchs Programm. Diese dürfen auch Fragen stellen. Sie wollen wissen: Wie teuer denn so ein Instrument ist? Oder ob die Musiker nur ein einziges spielen können? Siebers Cello hat 25 000 Euro gekostet. Und sie alle könnten auch noch Klavier spielen. „Aber nicht auf dem gleichen Niveau.“

Die Frankfurter Museums-Gesellschaft hat zum Gesprächskonzert mit dem Aris Quartett in die Aula der Gesamtschule im Ostend eingeladen. Die Konzertgesellschaft hat sich zur Aufgabe gestellt, musikalische Veranstaltungen zu organisieren, die für viele Menschen in unterschiedlichen Einrichtungen zugänglich sein sollen. Auch Konzerte in Schulen stehen im Förderprogramm.

Das junge Aris Quartett zählt zu den erfolgreichsten Quartetten seiner Generation. Seit 2009 bilden die vier Musikerinnen und Musiker ein Ensemble. Die ehemaligen Jungstudentinnen- und Studenten lernten sich an der Frankfurter Musikhochschule kennen. Sie gewannen die erstklassigsten Wettbewerbe der jungen Musikszene. Für die Konzertsaison 2020/2021 wählte die European Concert Hall Organisation (ECHO) das Streichquartett als „Rising Stars“ aus, eine der international wichtigsten Auszeichnungen für junge Musiker.

Wie Komponisten vorgehen

Zwischen kurzen Sätzen von Mozart und Dvorák erklärt Sieber, warum sich das Quartett aus zwei Violinen (Anna Katharina Wildermuth und Noémi Zipperling), einer Viola (Caspar Vinzens) und einem Violoncello zusammenfügt. Er vergleicht diese Kombination mit der Zusammensetzung eines Chores und ordnet die Instrumente den unterschiedlichen Stimmen zu. Tänzelnd bewegt er sich dabei um die Gruppe. Plötzlich setzt er sich und spielt eine tiefe Melodie, denn schließlich hat er auch noch „ein Wörtchen mitzureden“. Die Schüler lachen.

In den nächsten Minuten lernen sie, wie Komponisten bei ihrer Arbeit vorgehen. Sieber imitiert, mit Instrument und Bogen in den Händen, welche Gedanken sich Dvorák bei einem Waldspaziergang gemacht haben könnte. Er erklärt, wie sich Vogelgezwitscher in der klassischen Musik anhören kann. „Und wie klingen eigentlich Gefühle?“

Das Quartett hat sichtlich Spaß. Die Musiker lachen viel, geben zahlreiche Klangbeispiele und beantworten gerne Fragen der jungen Zuhörer.

Irgendwann endet das unterhaltsame Konzert, das die Schüler ein bisschen in die Welt der klassischen Musik geführt hat. Auf die Frage ob es ihnen denn gefallen hat, sagt Fünftklässler Julian: „Sehr gut sogar.“

Nora Kraft

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