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Frankfurt: Ausflug ins Paradies dank Evas Apfel

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Von: Greta Hüllmann

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Die Melodien der Band „Evas Apfel“ animierten am Sonntag auch zum Tanzen.
Die Melodien der Band „Evas Apfel“ animierten am Sonntag auch zum Tanzen. © Monika Müller

Der erste „Wilde Sonntag“ feiert im Botanischen Garten gleich zwei Jubiläen - und das gute Leben. Die Menschen danken es mit Applaus und Tanz.

Zwischen dem Birkenwald der mitteleuropäischen Fauna und dem seerosenbedeckten Teich im Botanischen Garten sitzen bereits die ersten Menschen vor der kleinen Bühne. Die meisten sind über 50 Jahre alt und nippen an ihren Wassergläsern. Ein kleiner Junge hängt geplättet auf den Armen seiner Oma. Die Band „Evas Apfel“ arrangiert noch das Kontrabass und die Gitarre und prüft, ob die grünen Kleider und weißen Blumen im Haar auch akkurat sitzen.

Sie spielen zum ersten „Wilden Sonntag“ der diesjährigen Veranstaltungsreihe von Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (die FR berichtete). Für Heilig sei der Botanische Garten der schönste Ort Frankfurts. „Wir haben den ,Wilden Sonntag‘ vermisst“, sagt sie in ihren Eröffnungsworten. „Jawoll“, tönt es aus dem Publikum zurück. „Es gibt so viele spannende Orte in Frankfurt und mitunter fehlen der Schlüssel oder einfach das Wissen darüber“, erklärt sie ihre Motivation.

Unbekannte Orte entdecken und dabei Kultur genießen: Das Konzept funktioniert. Die meisten der verbleibenden fünf Sonntage seien bereits ausgebucht, so Heilig. Der heutige Sonntag ist allerdings ein besonderer. Heilig feiert zehn Jahre im Amt und der Botanische Garten sein 20-jähriges Bestehen. „Es ist eine tolle Möglichkeit den Garten bekannter zu machen“, sagt Thomas Moos, Leiter des Botanischen Gartens. Als die Band ihr erstes Lied spielt, wippen schnell die ersten Fächer und Füße im Takt.

Für Heilig ist die Jazz- und Popband „Evas Apfel“ ein Highlight. „Sie sind der Garant, dass es heute so voll ist“, schwärmt sie. Die Band erzählt, dass sie die Besucher:innen ins Paradies entführen wollen. In schlimmen Zeiten seien häufig die schönsten Lieder geschrieben worden. Eskapismus inklusive Musik und Natur inmitten Frankfurts.

Als die Gitarre und das Schlagzeug zu „Sweet Dreams“, „What a Wounderful World“ und „Jolene“ einsteigen, wirkt das Publikum schon deutlich entspannter. Soli werden mit Beifall und Bravorufen quittiert, hier wird geschunkelt, da mitgeklatscht. Fast alle lächeln. Als „Wochenend und Sonnenschein“ von den Comedian Harmonists ertönt, singen viele ältere Semester mit. „Die Band hat den Rhythmus im Blut, bei dem Lied muss ich einfach singen“, erzählt Besucherin Helene Dippe. „Ich finde es toll hier und das alles nur durch den ‚Wilden Sonntag’“. Auch Mechtild Brinkmann ist begeistert. „Es ist mein erster ‚Wilder Sonntag’ und ich habe mich gleich für alle anderen Veranstaltungen angemeldet“, erzählt sie.

Nach der Pause inklusive Kaffee und Apfelkuchen vom Blech wird sogar getanzt. Drei Generationen von Frauen hüpfen zu einem Chanson der französischen Sängerin Zaz herum, die Stimmung ist gelöst. Die Band schafft es, bekannte Lieder zu spielen, ohne zu langweilen. „Wir versuchen jedes Stück so zu verändern, dass wir es gerne spielen“, erklärt Schlagzeugerin Imogen Gleichauf. Experimentell wird es nie, aber an diesem Sonntag machen die liebevollen Lieder im Botanischen Garten trotzdem eines: glücklich.

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