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Frankfurt: Aufzug für die Station Westend

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Von: Florian Leclerc

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Wer auf der Verkehrsinsel auf die Ampel drückt, wartet lange auf Grün.
Wer auf der Verkehrsinsel auf die Ampel drückt, wartet lange auf Grün. Christoph Boeckheler © Christoph Boeckheler

Die letzte unterirdische U-Bahn-Station in Frankfurt ist barrierefrei. Auf der Bockenheimer Landstraße ist ein breiter Radweg geplant.

In Frankfurt ist die letzte unterirdische U-Bahn-Station mit einem Aufzug ausgestattet worden. Im Beisein von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) und Projektleiter Udo Herkenroth von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) fuhr der Aufzug am Dienstagmittag von der C-Ebene der Station Westend, 1986 erbaut, zur Verkehrsinsel auf der Bockenheimer Landstraße, wo die Fahrgäste ausstiegen.

Die Verkehrsinsel war von Verkehr umrauscht. Zwei Fahrspuren führen stadteinwärts auf sie zu; die Autos fädeln kurz davor auf eine Spur ein. Drei massive Poller schützen vor Unfällen. In der Gegenrichtung gibt es eine Fahrspur. Am anderen Ende der Verkehrsinsel stehen fünf schmale Poller. Wer als Fußgängerin oder Fußgänger mittags von der Verkehrsinsel auf den Bürgersteig will, wartet 40 Sekunden, bis die Ampel auf Grün umspringt.

Aufzüge in den Stationen Römerstadt und Niddapark fehlen noch

Es habe zehn Varianten gegeben, um einen Aufzug oder zwei Aufzüge einzubauen, erklärt Projektleiter Herkenroth. Unter anderem als seitliche Aufzüge von der C-Ebene zur B-Ebene und dann vertikal von der B-Ebene auf den Bürgersteig. „Wir haben uns alle Ecken und Enden der Station angeschaut, teilweise wäre der Aufzug oben im Pflanzbeet oder auf dem Radweg herausgekommen.“ Die Entscheidung, nur einen Aufzug zu bauen, sei von Behindertenverbänden mitgetragen worden, sagt er.

„Für Menschen, die darauf angewiesen sind, ist es schlimm, wenn ein Aufzug von der U-Bahn-Ebene in die B-Ebene fährt, und der zweite Aufzug von der B-Ebene zur Straße dann defekt ist“, sagt Verkehrsdezernent Majer. Er erinnert sich: Die Planung für den Aufzug sei schon 2016 fertig gewesen, also vor seiner Amtsübergabe an Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Dann seien die Varianten noch einmal durchgespielt worden. „Mit demselben Ergebnis.“

Der Aufzug besteht aus Glas und Edelstahl. Das sorgt für eine edle und transparente Optik. Eineinhalb Jahre habe der Einbau gedauert, sagt VGF-Sprecher Bernd Conrads. Die Arbeiten hätten im Zeitplan gelegen. Gekostet habe der Aufzug etwa 3,3 Millionen Euro. Auf Grundwasser sei man nicht gestoßen, so Conrads. Das hatte Linken-Ortsbeiratsmitglied Hans Jürgen Hammelmann, Mitglied der Aktionsgemeinschaft Westend, gegenüber der Frankfurter Rundschau behauptet. „Wir sind beim Bau des Aufzugs nicht bis ins Grundwasser vorgedrungen“, sagt Conrads. Beim Aufzug habe sich lediglich Oberflächenwasser gestaut. Also Regen, der wegen einer undurchlässigen Schicht nicht versickern konnte.

Etwa 11 000 Menschen sind laut Traffiq täglich in der Station Westend unterwegs. Die letzten beiden oberirdischen U-Bahn-Stationen ohne Aufzug sind die Haltestellen Römerstadt und der Niddapark. Die Station Römerstadt soll ab Ende 2023 einen Aufzug bekommen, die Station Niddapark ab 2024, wenn die Deutsche Bahn die S-Bahn-Station Ginnheim baut. Die Verkehrsführung auf der Bockenheimer Landstraße wird sich laut Verkehrsdezernent Majer im kommenden Jahr ändern. Die Stadt baut in beide Richtungen je einen 2,30 Meter breiten Radweg, der auf der derselben Höhe wie der Autoverkehr verlaufen soll.

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