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Nur wenige schauen an der Mahnwache vorbei.
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Nur wenige schauen an der Mahnwache vorbei.

Mahnwache

Frankfurt: Aufstand gegen Rassismus

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Kundgebung an der Hauptwache zum internationalen Tag gegen Rassismus geht im Shoppingwahnsinn auf der Zeil ein wenig unter.

Aufstehen gegen Rassismus“ sollte eigentlich nicht allzu schwerfallen, wenn die dazugehörige Mahnwache erst um 12 Uhr mittags beginnt. Und tatsächlich: An der Uhrzeit scheint es nicht zu liegen. Gegen 12 Uhr ist die Zeil am Samstag so rappelvoll mit Shoppingberserkern, dass an einen vernünftigen Sicherheitsabstand nicht zu denken ist, am Verbrauchermarkt an der Konstablerwache herrschen gar Zustände wie auf einem Rammstein-Konzert. Die einzige Möglichkeit, ein bisschen Abstand zu gewinnen, findet sich an der Hauptwache, bei der Kundgebung anlässlich des Uno-Tags gegen Rassismus. Der ist zwar offiziell erst am Sonntag, aber die Veranstalter haben an einem Samstag auf mehr Besucher gehofft. Eine Fehlhoffnung.

Frankfurts DGB-Chef Philipp Jacks freut sich trotzdem über alle, die gekommen sind, „auch wenn es nicht die großen Massen sind“, was höflich formuliert ist, weil die Organisatoren zumindest anfangs weitgehend unter sich sind. Jacks geißelt Rassismus im Allgemeinen und eine Fake-Nachricht im Speziellen: „Es geht das Gerücht um, dass der 1. Mai vom DGB abgesagt worden ist. Bitte glaubt das nicht!“ Der 1. Mai wird auch in diesem Jahr dem April folgen, mit Gewerkschaftssegen.

Die Veranstalter hatten „Redner:innen aus unterschiedlichen Spektren“ versprochen, nämlich „Naime vom Ausländerbeirat Offenbach, Amira von Beheard FFM, Nidda von Movement of Azadi, Philipp vom DGB, Matthias von der Seebrücke Frankfurt, Said vom Zentralrat der Muslime, Meron von der Bildungsstätte Anne Frank, Jutta von Omas gegen Rechts, Dieter vom VVN und Dave von Aufstehen gegen Rassismus“. Auch wenn Nidda als Rednerin ausfällt, weil sie nach Angaben der Organisatoren ihre Cousine wegen der psychologischen Nachwirkungen „schlimmer rassistischer Erfahrungen vor vielen Jahren“ ins Krankenhaus bringen musste, muss der Zuhörer feststellen, dass die Spektren so unterschiedlich gar nicht sind. Und die ebenso einhellige wie einleuchtende Botschaft lautet, dass Rassismus großer Mist sei und die AfD unverzüglich auf den Misthaufen der Geschichte gehöre.

Das ist nun nicht sonderlich originell, wird dadurch ja aber nicht unwahrer, und es hätten die Veranstalter, vor allem die nimmermüden „Omas gegen Rechts“, dann doch ein ein wenig größeres Publikum verdient. Bei den Frankfurtern hingegen scheint sich eine leichte Demomüdigkeit breitzumachen, stattdessen geben sie sich umso lustvoller dem Kaufrausch hin. Was ja irgendwie auch ein bisschen verständlich ist: Ob die Geschäfte in einer Woche noch geöffnet sind, kann niemand mit Sicherheit vorhersagen. Dass es aber auch am kommenden Wochenende an jeder Straßenecke der Innenstadt eine politische Kundgebung geben wird, das ist noch viel sicherer als das Amen in der Kirche.

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