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Aufruf zum Protest gegen „Querdenker“: Mahnwache am Samstag

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Von: Thomas Stillbauer

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Der Protest gegen „Querdenker“ war in jüngerer Zeit zahlenmäßig nicht allzu groß.
Der Protest gegen „Querdenker“ war in jüngerer Zeit zahlenmäßig nicht allzu groß. © ROLF OESER

Eine Initiative aus dem Nordend will, dass die schweigende Mehrheit wieder aktiv wird. Eine Mahnwache ist diesen Samstag (02.04.2022) geplant.

Frankfurt – Seit Monaten ziehen „Querdenker“ wöchentlich durch die Stadt um gegen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren – inzwischen auch für andere Ziele, die nicht immer leicht nachzuvollziehen sind. Ebenfalls seit Monaten stellt sich ihnen eine kleine Gruppe aus dem Nordend entgegen. Sie will größer werden.

„Coronaleugner, Rechtsextreme, Antisemiten, Reichsbürger und Putin-Anhänger marschieren wieder am Samstag durch unsere Stadt: Kommt zum Gegenprotest!“, heißt es im Aufruf der Nachbarschaftsinitiative. „Klare Kante zeigen!“. Frankfurt dürfe „kein Hotspot für Demokratiefeinde, Verschwörungstheoretiker und Neorechte werden“, fordert die Initiative. Sie sieht sich Woche für Woche damit konfrontiert, dass Demonstrierende höhnen: „Ihr wollt die Mehrheit sein?“. Dabei seien es die „Querdenker“, die „durch ihre Märsche samstags unsere Stadt zum Hotspot für Wissenschaftsleugnung, Demokratiefeindlichkeit und Verschwörungserzählungen“ machten. Hinzu kämen seit dem Angriff auf die Ukraine lautstarke Putin-Anhänger. Fazit: „Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen.“ Die Mehrheit müsse zeigen, wofür Frankfurt wirklich stehe.

Protest gegen „Querdenker“ in Frankfurt: Appell an die stille Mehrheit

„Für uns ist es ganz klar“, heißt es im Aufruf: „Frankfurt steht für Vielfalt, für Aufklärung, für Demokratie, für Wissenschaft, für Miteinander und für solidarische Krisenbewältigung.“ Die Märsche der „Querdenker“ und ihre Propaganda dürften nicht unkommentiert bleiben.

Die Zivilgesellschaft, die „riesige stille Mehrheit“, müsse widersprechen. „Wir haben uns über Besuche und Unterstützung von Politikern fast aller Parteien gefreut“, betonen die Leute aus dem Nordend, „vermissen aber – auch zahlenmäßig – ein größeres Zeichen von Parteien und anderen Institutionen und vor allem: unserer Mit-Frankfurter“. Die Nachbarschaftsinitiative – Familien, Jugendliche, Rentner:innen – gehört keiner Organisation an und unterstützt die „Frankfurter Erklärung: Solidarität und Zusammenhalt in der Coronakrise – klare Kante gegen Rechts“ (frankfurt-stabil.de).

Sie hätten sich auch von nächtlichen Drohanrufen, Beleidigungen und Eiern an Fensterscheiben nicht einschüchtern lassen, sagen die Aufrechten. Nun hoffen sie auf mehr Beistand.

Eine Mahnwache der Nachbarschaftsinitiative „Nordend gegen Querdenker“ ist geplant für diesen Samstag, 2. April, um 16 Uhr am Eschenheimer Tor, Höhe Hotel Flemings.

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