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Fahrradfahrer sind in Frankfurt vielen Gefahren ausgesetzt. Nach einem tödlichen Unfall muss sich nun ein Lastwagenfahrer vor Gericht verantworten (Symbolbild).
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Fahrradfahrer sind in Frankfurt vielen Gefahren ausgesetzt. Nach einem tödlichen Unfall muss sich nun ein Lastwagenfahrer vor Gericht verantworten (Symbolbild).

Strafprozess

Radfahrer in Frankfurt totgefahren: Aufarbeitung eines tragischen Unfalls

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
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Vor dem Amtsgericht in Frankfurt steht ein Lastwagenfahrer, der einen 60-jährigen Radfahrer totfuhr. Der Unfall sorgte für großes Aufsehen in der Stadt.

Am 3. August 2018 stürzt ein 60 Jahre alter Fahrradfahrer auf dem Bürgersteig der Kurt-Schumacher-Straße in Frankfurt und fällt auf die Fahrbahn, wo ihn ein Lastwagen überrollt. Der Radfahrer ist sofort tot.

Der Unfall hat verkehrstechnische Konsequenzen: Die Radspur an der Kurt-Schumacher-Straße in Frankfurt wird über die Kreuzung mit der Battonnstraße hinaus verlängert. Und juristische: Der heute 53 Jahre alte Fahrer des Lastwagens erhält wegen fahrlässiger Tötung einen Strafbefehl, er wird verwarnt, eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 40 Euro wird unter Vorbehalt gestellt und er muss eine Geldbuße von 3000 Euro an die Verkehrswacht zahlen. Dagegen hat der Fahrer Einspruch eingelegt, weshalb er am Dienstagmorgen auf der Anklagebank des Amtsgerichts sitzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er hätte den Radfahrer womöglich rechtzeitig erkennen können, wenn das Führerhaus seines Lastwagens nicht mit Aufbauten versehen gewesen wäre, die unter anderem als Esstisch genutzt wurden, und an den Seitenfenstern keine Gardinen gehangen hätten. Den Einwand des Fahrer, er habe die Lastwagen von seinem Chef immer per dessen Gusto vorgesetzt gekriegt und sei gefahren, was er bekommen habe, lässt sie nicht gelten: Dann hätte er das Zeug eben vor Fahrtantritt entfernen müssen.

Fahrer nach Unfall in Frankfurt noch immer sichtlich mitgenommen

Der Fahrer ist vom Tod des Radfahrers noch immer sichtlich mitgenommen, einmal bricht er während der Verhandlung in Tränen aus. Nach dem Unfall fahruntüchtig, ist er mittlerweile in die Insolvenz gerutscht. Niemand im Saal sieht eine besondere Schwere seiner Schuld und nach einer fast schon liebevollen Ansprache des Staatsanwalts, dass ihm niemand etwas Böses wolle oder gar Absicht unterstelle, dass es sich hier lediglich um die juristische Aufarbeitung eines tragischen Unfalls handele, beschränkt der Mann seinen Einspruch auf das Strafmaß.

Damit ist er gut beraten. Nach dem Urteil des Gerichts, das die prekären Finanzen des Angeklagten berücksichtigt, sind es nur noch 90 Tagessätze à acht Euro. Wie auch schon im Strafbefehl ist deren Zahlung unter Vorbehalt gestellt und wäre ohnehin nur bei einem abermaligen Verstoß fällig. Die Geldbuße an die Verkehrswacht aber wird ganz real auf 300 Euro reduziert.

Frankfurt: Tödliche Fahrradunfälle „leider immer häufiger“

Auch die Richterin macht deutlich, dass es hier nicht darum gegangen sei, dem Angeklagten die Schuld am Tod des Radfahrers gegeben zu haben. Dies sei einer jener tragischen Zusammenstöße zwischen Lastwagen und Radlern im Innenstadtverkehr, „und diese Fälle kommen leider immer häufiger vor“. Mittlerweile gebe es Technik, die einen Brummifahrer vor Radlern im toten Winkel warnen könne – die hätte zwar in diesem Fall nichts genutzt, sei aber sicherlich eine sinnvollere Extraausstattung für die Fahrerkabine als Esstisch oder Gardine. (Stefan Behr)

Nach dem Tod des Radfahrers auf der Kurt-Schumacher-Straße kam in Frankfurt eine Diskussion über den Schutz der Fahrradfahrer auf.

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