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Frankfurt: Auf in die Schwammstadt

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Von: Thomas Stillbauer

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Nimmt viel Wasser auf: Retentionsfläche im Kätcheslachpark auf dem Riedberg.
Nimmt viel Wasser auf: Retentionsfläche im Kätcheslachpark auf dem Riedberg. © Rolf Oeser

Der Frankfurter BUND fordert Vorkehrungen – für den Fall, dass es tatsächlich mal wieder heftig regnen sollte.

Starkregen ist momentan nicht gerade das Hauptthema in Frankfurt und Rhein-Main. Man ist froh, wenn es überhaupt mal regnet. Die im vorigen Oktober veröffentlichte Starkregenkarte der Stadt hat noch nicht viele Bewährungsproben bestehen müssen. Dennoch hat der Kreisverband Frankfurt des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) schon Verbesserungsvorschläge. Frankfurt solle die Starkregen-Gefahrenabwehr integriert mit der Grundwasservorsorge und der Brauchwassernutzung betreiben, fordert er.

„Unverzüglich“, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND, solle die Stadt tätig werden. „Starkregenereignisse“ hätten immer wieder zu überfluteten Straßen, U-Bahn-Tunneln und Tiefgeschossen geführt und Schäden verursacht. Und Experten seien sich einig darin, dass der Klimawandel zu mehr Starkregen in kürzeren Intervallen führe.

Konkret will die Umweltorganisation, dass viel mehr Flächen für Retention (also das Auffangen in großen Mulden) und Versickerung angelegt werden – auch außerhalb der Stadt schon, etwa am Taunushang. Das soll etwaige Wassermassen davon abhalten, die Stadt zu überschwemmen, und zugleich als Reservoir für die unter Trockenheit leidende Natur dienen.

Vorbild Riedberg

Als Vorbild nennt BUND-Vorstand Wolf-Rüdiger Hansen die Retentionsbecken am Riedberg. Gräben für die schnelle Wasserableitung in Kanäle und Flüsse wirkten hingegen kontraproduktiv; sie sollten zugeschüttet werden.

Zudem fordert der BUND: „Überall in der Stadt, insbesondere aber in Neubaugebieten, müssen große Zisternen angelegt werden, in die Niederschlagswasser hineinlaufen kann.“ Stichwort: Schwammstadt, die überflüssiges Wasser aufsaugt und bewahrt. „Allerdings haben solche Zisternen nur dann einen Sinn, wenn das darin gesammelte Wasser auch verbraucht wird“, konkretisiert Hansen, für die Bewässerung von Grünflächen und Stadtbäumen, für die Toilettenspülung und gewerbliche Zwecke. Das würde den Druck aufs Trinkwasser mildern.

„Bisherige Wasserentnahmegebiete wie der Vogelsberg wären den Frankfurtern dankbar, wenn auf diese Weise die Entnahme von Grundwasser aus der Umgebung reduziert würde.“ Zusätzlich gelte es weiterhin, Flächen zwecks Versickerung zu entsiegeln beziehungsweise vor Versiegelung zu schützen.

Seine Analyse, Kommentare und Forderungen hat der BUND ausführlich im Internet veröffentlicht: www.bund-frankfurt.de

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