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Frankfurt: Auf der Jagd nach Körben

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Von: Katja Sturm

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Jonas ist einer der ersten, die Körbe werfen. Foto: Enrico Sauda
Jonas ist einer der ersten, die Körbe werfen. Foto: Enrico Sauda © enrico Sauda

Die Hauptwache wird an diesem Samstag zur Streetball-Arena

Vier Versuche braucht Mike Josef, bis der Basketball endlich einmal durch Ring und Reuse fällt. „Warmspielen“, nennt das der Sportdezernent. Die Zeiten, in denen der heute 39-Jährige regelmäßig auf Korbjagd ging und besser geübt war in dieser Kunst, sind schon etwas länger vorbei. Wie das damals vielleicht bei ihm aussah, zeigen kurz darauf ein paar Jugendliche dem SPD-Politiker und OB-Kandidaten.

Freiwurf oder Korbleger, ganz spontan, das ist seit Freitagnachmittag und auch an diesem Samstag noch von 13 bis 18 Uhr mitten in der Innenstadt möglich. Zum Abschluss des Reallabors „Wohnzimmer Hauptwache“ für dieses Jahr verwandelt sich der Platz am Ende der Zeil in eine Arena für Streetball. Zwei hochmoderne Körbe aus Belgien haben die Organisatoren von EZBBasketball (EZBB) um Gründer Thorsten De Souza mit den zur Verfügung gestellten Mitteln angeschafft, die es auch in Zukunft ermöglichen sollen, temporäres Spiel zu organisieren. Jeder, der Lust darauf hat, ist zur Teilnahme geladen.

„Der Sport kann die Innenstadt füllen“, betont Josef mit Blick auf die Leere, die seit Beginn der Pandemie oft herrscht. Die Geschäftsinhaber würden ein solch attraktives Angebot vor ihrer Tür begrüßen, ergänzt der Frankfurter Sportkreisvorsitzende Roland Frischkorn. Das sei bei einer Diskussion vor wenigen Wochen im „MyZeil“ deutlich geworden. Auch Steffen Wenzel, der schon in den 1990er Jahren über Streetball promovierte und für die Aktion extra aus Berlin angereist war, sieht die Freiluft-Variante des Hallen-Basketballs in der Innenstadt am richtigen Ort. Sie sei ein Stück Jugendkultur, gepaart mit entsprechender Musik und Kleidung.

„Den Jugendlichen ist es wichtig, Coolness zu zeigen“, so der „Streetball-Doktor“. Das sollten sie nicht nur an Funktionsorten wie den Freiluft-Sportanlagen tun, sondern auch an urbanen Orten, quasi im Leben. „In 20 Jahren wird es hier nicht mehr so wie jetzt aussehen.“

Die EZBB-Vertreter nutzten die Gelegenheit für kritische Worte. Mitgründer Philipp Wollrab wies auf die zahlreichen ramponierten Sportanlagen und Spielplätze in Deutschland hin. „Ich war vor drei Wochen auf den Philippinen“, in einem armen Land. Dort stünden zahlreiche Korbanlagen wie jene an der Hauptwache, während es aus seiner Heimat viele Bilder von Sportstätten gebe, die den Eindruck erweckten, es gebe hier kein Geld.

De Souza wies darauf hin, dass es nach drei Jahren Kampf endlich gelungen sei, eine Zusage für die Sanierung der Streetballanlage im Hafenpark zu erhalten. Und dass diese im März gestartet werden soll. Dabei habe man selbst frühzeitig einen Hauptsponsor dafür gefunden, der 400 000 Euro bereitstellt. Doch es habe erst Verletzungen geben müssen, die auf Löcher im Boden zurückzuführen sind, um in die Sache Bewegung zu bringen. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) sei „zu Terminen nicht erschienen“ und habe die Angelegenheit lange blockiert.

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