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Gregory Aubrey ist privater Performance-Coach sowie Athletiktrainer beim Basketballbundesligisten Frankfurt Skyliners. Der gebürtige Heidelberger lebt seit zehn Jahren in Frankfurt.  FR/ stefan freund/Fraport skyliners
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Gregory Aubrey ist privater Performance-Coach sowie Athletiktrainer beim Basketballbundesligisten Frankfurt Skyliners. Der gebürtige Heidelberger lebt seit zehn Jahren in Frankfurt.

Interview

„Viele kleine Ziele“

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Performance-Coach Gregory Aubrey spricht mit der Frankfurter Rundschau über Neujahrsvorsätze, Routinen und Motivation.

Gregory Aubrey ist privater Performance-Coach sowie Athletiktrainer beim Basketballbundesligisten Frankfurt Skyliners. Der gebürtige Heidelberger lebt seit zehn Jahren in Frankfurt.

Herr Aubrey, worauf kommt es beim Vorsätzefassen an?

Der erste Schritt ist, die kleinste Stellschraube zu suchen. Das, was am wenigsten anstrengend ist oder einen nicht überfordert. Ich bin kein Fan von typischen Neujahrsvorsätzen, wie zum Beispiel: Ab dem 1.1. höre ich auf zu rauchen, trinke keinen Alkohol mehr oder mache jetzt Sport. Das Problem ist, dass viele Leute sich zu viele Sachen auf einmal wegnehmen wollen. Das verursacht aber nur Stress und fördert den Jojo-Effekt. Auf dem Weg zum großen Ziel muss man sich ganz viele kleine Ziele setzen. Wenn jemand jeden Abend eine Tafel Schokolade isst, sage ich: Jetzt lassen wir zehn Tage die Schokolade weg und schauen, wie lange du es schaffst.

Wie kriegt man die Beständigkeit hin?

Routine ist dabei ein zentraler Begriff. Wenn du eine Routine hast, klaut die dir keine Energie mehr etwas umzusetzen. Wenn man sich zum Beispiel vornimmt, keinen Zucker mehr in den Kaffee zu tun, wäre die erste Möglichkeit, erst gar keinen Zucker mehr zu kaufen. So kommt man erst gar nicht in die Versuchung. Das muss man etwa 66 Tage durchhalten, damit es sich manifestiert und zur Routine wird. Deswegen sollte man sich etwas Leichtes suchen, was man zunächst drei Wochen durchhält und von da an weiterschaut.

Das gilt sicher auch für das Thema Sport.

Genau. Wenn jemand 20 Kilo abnehmen will, frage ich zunächst in welchem Zeitraum er oder sie das Ziel erreichen will. Zum Beispiel in einem Jahr. Dann breche ich das zusammen mit der Athletin oder dem Athleten auf Wochen und Monate runter und wir erarbeiten einen Plan. Zum Beispiel darf man in einer Woche keine Süßigkeiten essen und muss dabei ein Kilo abnehmen. Wenn du das schaffst, belohnst du dich mit einem Stück oder einer Tafel Schokolade. Im ersten Monat würden wir einen Plan erstellen für täglich 20 Sit-ups. Wenn man sich dabei entspannt fühlt und sogar mehr schafft, würden wir eine weitere Übung, wie Jumping Jacks einbauen. Oder man nimmt sich vor, sich in der Woche 60 Minuten zu bewegen. Später werden es 120. Schritt für Schritt kriegt man so ein Verständnis für Routine und nähert sich seinem Ziel.

Wie motiviert man sich, in Corona-Zeiten Sport zu treiben?

Auch ich hatte beim ersten Lockdown, obwohl ich regelmäßig Sport mache, anfangs Probleme, mich zu Hause zu motivieren. Es gibt zwei Möglichkeiten. Erstens: Man überwindet sich selbst. Ich mag Laufen überhaupt nicht, aber genau aus dem Grund mache ich das. Dafür muss man mental auf der Höhe sein. Zweitens empfehle ich, sich einen Vertragspartner zu suchen.

Wie meinen Sie das?

Es gibt im Umfeld immer jemanden, der auch Sport machen will. Der Partner, der Freund oder der Kollege. Dann verabredet man sich zwei Mal die Woche via Zoom. Oder, wenn es zwei Haushalte sind, auch daheim. Die Wahrscheinlichkeit, dass man einem Sportpartner absagt, ist niedriger, als wenn man sich selbst zu etwas verpflichtet. So kann man sich gegenseitig motivieren und pushen.

Und was sagen Sie jemanden, der das Zuhause, das schon zur Arbeitsstätte geworden ist, nicht auch noch zum Homegym machen will?

Ich sage immer direkt: Du musst es für dich tun. Wenn du dir selbst nicht genügend Motivation bist, dann gibt es vielleicht andere Baustellen, an denen du arbeiten musst. Fünf Minuten Bewegung kann dir fünf Stunden Stress ersparen, weil beim Sport viele Hormone freigesetzt werden. Du fühlst dich besser, du fühlst dich fitter, es wirkt sich positiv auf deine Arbeitseinstellung, deine Partnerschaft oder Kinder aus.

Interview: Timur Tinç

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