Die Sitze im neuen Kinosaal sind von gewohnter Gemütlichkeit.

Wiedereröffnung

Astor Film Lounge: Luxus-Kino auf der Frankfurter Zeil eröffnet

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Frankfurt hat sein Luxus-Kino wieder: Am Freitag eröffnet oben auf dem Dach des Einkaufszentrums My Zeil die alte neue Astor Film Lounge.

Frankfurt - Na endlich! Seit Freitag (25.10.2019) hat Frankfurt wieder ein Luxuskino. Am Freitag öffnet in den oberen Etagen des Einkaufszentrums My Zeil die Astor Film Lounge. Und der erste Pressetermin am Donnerstag konnte die größten Befürchtungen erst einmal zerstreuen.

Frankfurt: Astor Film Lounge - Surroundkopfschmerz in Premiumqualität

Das Kino
Fünf Säle hat die neue Astor Film Lounge: Der größte fasst etwa 200 Gäste, die beiden mittleren jeweils 90, die beiden kleinen „Bibliotheks-Kinos“ jeweils 45.

Die Eintrittskarten kosten zwischen 10 und 15,50 Euro inklusive Begrüßungscocktail und Garderobe. Sie können an der Kinokasse oder im Internet (www.frankfurt.premiumkino.de) gekauft werden.

Die Filmauswahl soll laut Macher Hans-Joachim Flebbe irgendwo „zwischen kommerziellem Arthouse und gehobenem Mainstream“ liegen. 

Vor allem die Befürchtung, das neue Kino, das im Gegensatz zu seinem Vorgänger im Dachgeschoss der Zeil-Galerie in Frankfurt fünf Kinosäle statt nur einem hat, könnte eine Art besseres Multiplex-Kino werden. Der größte Saal hat zwar nicht ganz die Dimensionen des Vorgängers, aber die Leinwand ist groß genug, die Sitze von gewohnter Gemütlichkeit und zumindest im Logenbereich mit Fußstütze, der Ton sogar um ein paar Klassen besser als im alten Kino – und sorgte zumindest bei der Pressevorführung für Surroundkopfschmerz in Premiumqualität. 

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Wie im alten Astor werden Speis und Trank am Sessel serviert, aber nur so lange, bis der Hauptfilm beginnt – wie sich das gehört. Die zwei mittelgroßen Säle kommen etwas mickriger daher, sie sollen wohl vor allem denjenigen eine Bühne bieten, die ausländische Filme lieber im Original (mit Untertiteln) gucken wollen. 

Frankfurt: Astor Film Lounge mit „Bibliotheks-Kinos“

Eine angenehme Überraschung sind die zwei kleinen Säle, von den Betreibern als „Bibliotheks-Kinos“ angekündigt: Statt der erwartbaren Hutschachteln sorgen hier Regale mit echten Büchern an den Wänden vielleicht nicht für Bibliotheks-, dafür aber für echtes Wohnzimmerflair, das die eher kleine Leinwand schnell vergessen macht. Wenn man unbedingt will, findet man natürlich auch was zu meckern. Der Eintritt etwa liegt zwischen 10 und 15,50 Euro, ist etwas teurer als bei der Konkurrenz in Frankfurt, aber nicht viel. Die verglaste Lounge, in der auch die Cocktailbar zu finden ist, war zumindest am Vorpremierentag lausig klimatisiert, weckte aber immerhin nette Erinnerungen an „Lawrence von Arabien“.

Auch die Tatsache, dass im Gegensatz zum alten Astor kein Lift von der Zeil direkt ins Kino führt (das tut er beim neuen nur von der Tiefgarage aus), ist nur anfangs ärgerlich. Spätestens bei der Suche nach der dritten Rolltreppe, mit der man irgendwie den Eingang im vierten Stock erreichen kann, fühlt man sich wie die Protagonisten in „2001 – Odyssee im Weltraum“. Und wenn am Freitag um 14.45 Uhr im Astor 2 der Dokumentarfilm „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ zu sehen ist, dann ist das vielleicht kein Werk für die Filmgeschichte, erinnert den wahren Cineasten aber zumindest an die Marx-Brothers.

Frankfurt: Astor - weil es vornehm klingt

Astor-Macher Hans-Joachim Flebbe, der Anfang der 90er Jahre die Kinokette „CinemaxX“ gründete, sagte der Presse, wie er damals auf den Namen „Astor“ gekommen sei: „Weil es vornehm klingt.“ Und er stellte auch klar, was der Plural von Astor ist, den man früher zumindest in Frankfurt nicht gebraucht hat: „Astoren“. Das klingt dann nicht mehr ganz so vornehm, ist bei fünf Sälen aber wohl leider notwendig.

Von Stefan Behr

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