+
Die Glasdächer heizen das Museum im Sommer mächtig auf.

Museumsufer Frankfurt

Architekturmuseum bleibt zwei Jahre zu

  • schließen

Das Deutsche Architekturmuseum am Schaumainkai wird vom Jahr 2021 in großem Umfang saniert. Dafür wird es etwa zwei Jahre geschlossen sein.

Das Deutsche Architekturmuseum soll in großem Umfang saniert werden. Dafür bleibt es voraussichtlich etwa zwei Jahre lang geschlossen. Der Magistrat hat am Freitag Plänen für eine Behebung der vielen Brandschutzmängel in dem Gebäude am Schaumainkai und für Instandsetzungsarbeiten zugestimmt. Er will dafür zwölf Millionen Euro bereitstellen. „Ich freue mich sehr, dass das Museum, welches sich tagtäglich mit der Architektur weltweit beschäftigt, jetzt einmal selbst im Mittelpunkt steht und von den umfangreichen Sanierungsarbeiten profitiert“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Das Stadtparlament muss der Vorlage noch zustimmen.

Die Arbeiten sollen Anfang 2021 beginnen. Ein Ausweichquartier für die Zeit der Sanierung werde derzeit organisiert, teilt das Kulturdezernat mit. Die Arbeiten seien nötig, um adäquate Arbeits- und Ausstellungsbedingungen für Museumsdirektor Peter Cachola Schmal und sein Team herzustellen.

Bisher sind unter anderem die klimatischen Bedingungen im Eingangsbereich des 1984 eröffneten Hauses am Museumsufer miserabel. Im Sommer heize sich der Bereich aufgrund der Glasdächer sehr stark auf, im Winter erreiche der Bereich keine ausreichend warme Raumtemperatur, sagt Hartwig. Wenn es kalt wird, sind im Foyer Heizlüfter aufgestellt. Die klimatischen Bedingungen behindern laut Hartwig auch den Ausstellungsbetrieb. Das Museum könne die hohen Anforderungen von Leihgebern an das Raumklima mit Zielvorgaben bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit bisher nur eingeschränkt erfüllen.

Schon bei der Arbeiten an der Brandschutz- und Sicherheitstechniken in den Treppenhäusern des Museums im Jahr 2010 sei klar gewesen, dass auch der energetische Stand Gebäudes mangelhaft ist, sagt die Kulturdezernentin. Nun sollen im Erdgeschoss alle Glasfassaden und Glasdächer ausgetauscht, die Außenwände gedämmt und die Glasdächer und Fenster in den Obergeschossen ersetzt werden. Von der Verbesserung der Gebäudehülle verspricht sich die Stadt eine Reduzierung des Heizwärmebedarfs von 36 Prozent. Das helfe dem Museum, die ständig steigenden Energiekosten zu decken, sagt Hartwig.

In den Obergeschossen soll Kühltechnik installiert werden, die Anlagentechnik erweitert werden. Bei anderen Arbeiten gehe es um die Erfüllung neuer Brandschutzforderungen.

Das nach Plänen des Architekten Oswald Mathias Ungers errichtete Museum hat im vergangenen Jahr mit 16 Wechselausstellung, der Dauerausstellung und knapp 400 Veranstaltungen nach eigenen Angaben mehr als 111 000 Besucher angelockt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare