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Die neue Direktorin der Frankfurter Agentur für Arbeit, Stephanie Krömer.

Neue Leiterin

Frankfurt: Arbeitsagentur will Schülern besser bei Berufswahl helfen

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Die neue Leiterin der Agentur für Arbeit Frankfurt, Stephanie Krömer, will Schülern früh und besser bei der Berufswahl helfen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter soll besser laufen.

Die Frankfurter Agentur für Arbeit will künftig Schülern ab der achten Klasse stärker bei der Berufsorientierung helfen. Dabei sollen die Möglichkeiten für eine duale Ausbildung eine große Rolle spielen. Das hat dessen neue Leiterin, Stephanie Krömer, bei ihrer offiziellen Amtseinführung am Montagmorgen vor vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft angekündigt.

Die 37 Jahre alte Diplom-Verwaltungswirtin, die zuletzt das Jobcenter des Kreises Siegen-Wittgenstein leitete, hat sich zudem vorgenommen, die Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsagentur und dem Jobcenter zu intensivieren. Weil die Halbwertzeit des Berufswissens immer mehr abnehme, sei es zudem wichtig, die Agentur für Arbeit noch stärker als Beratungszentrum für Qualifizierung zu begreifen, sagte Krömer am Montagmorgen.

Trotz internationaler Unsicherheiten und der sich abschwächenden Konjunktur geht Krömer davon aus, dass sich die seit Jahren positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fortsetzt. Die Beschäftigung könne weiter steigen, wenn auch in geringerem Maß. Auch für die Arbeitslosenquote rechnet sie nicht mit einer negativen Trendwende.

Als eine Stärke Frankfurts stellte Krömer die große Offenheit für Hinzukommende dar. Die habe sie gleich gespürt. Schon jetzt sei sie sich sicher, mit ihrem Wechsel an den Main alles richtig gemacht zu haben, sagte sie.

Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen bei der Agentur für Arbeit, nannte Krömer einen Glücksfall. Sie sei nicht nur hochkompetent. Sie brenne für ihre Aufgaben, sagte Martin. Auch er nannte es eine wichtige Aufgabe, den Übergang von der Schule in den Beruf besser zu gestalten. Viel zu häufig kämen im August junge Leute, die gerade die Schule abgeschlossen haben, in die Beratung und wüssten noch nicht, was sie ab September machen sollen. Schüler und Eltern seien mit der Berufswahl überfordert. Unterstütze man diese nicht, produziere man Unzufriedene, Abbrecher und Langzeitarbeitslose, sagte Martin.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte, trotz des Wirtschaftsbooms, der niedrigsten Arbeitslosenquote seit 23 Jahren, gebe es große Herausforderungen. Weiterhin würden auch in Frankfurt junge Leute wegen ihres Namens, ihrer Herkunft oder ihrer Adresse ausgegrenzt, sagte Feldmann. Er warb für Qualifizierung und Bildung von kleinauf. Der kostenlosen Betreuung in den Kitas könnten vielleicht kostenlose Angebote für den U3-Bereich folgen, sagte er.

Philipp Jacks, Frankfurter DGB-Chef und derzeit Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit, zeigte sich erfreut, dass erstmals eine Frau die Frankfurter Arbeitsagentur leitet. Er habe den Eindruck, Krömer gehe vorwärts und packe an, sagte er. Mehr tun müsse man etwa gegen die Armut von Frauen, besonders von Alleinerziehenden. Er warb zudem für einen Ausbau der Weiterbildung.

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