Erste Gerüste am Bolongaropalast sind schon gefallen.
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Erste Gerüste am Bolongaropalast sind schon gefallen.

Bauarbeiten

Frankfurt: Arbeiten am Bolongaropalast schreiten voran

  • vonHolger Vonhof
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Am Bolongaropalast in Frankfurt fallen die ersten Gerüste, aber die Eröffnung kommt erst im Herbst 2021. Wie sich die Verzögerung auf die Kosten auswirkt, ist noch nicht abzusehen.

An drei verschiedenen Stellen im Bolongaropalast sind die Handwerker an diesem grauen Morgen beschäftigt. Aus der Bauhütte im Garten werden Teile durch das Portal getragen, laute Schlagermusik übertönt die Rufe der Arbeiter, die östlich der Durchfahrt zum Hof arbeiten.

Aus dem Auto des Oberbürgermeisters, das durch die Zufahrt in den Hof rollt, klingt keine Musik. Kurze Zeit später berichtet Peter Feldmann vom Baufortschritt. Dass man den ursprünglich angesetzten Termin der Wiedereröffnung nicht habe halten können und auf Herbst kommenden Jahres verschieben müsse, das könne passieren. Die erste Tiefbaufirma habe es „nicht gebracht“, deswegen habe man eine andere beauftragt und die habe jetzt die Gründung unter dem Palast, für die ursprünglich 40 Bohrpfähle vorgesehen gewesen seien, auf fast 100 erweitert. Der Hintergrund: Für die Barrierefreiheit werden drei Personen- und ein kleinerer Lastenaufzug in den aus den 1770er Jahren stammenden Barockpalast eingebaut. Weil diese Aufzugsschächte durchgehen, müssen Teile des Kellergewölbes herausgenommen werden, auf dem die Last des Palastes seit 250 Jahren ruht. Diese Last – vereinzelt bis zu 67 Tonnen – tragen nun die knapp 100 Pfähle von jeweils etwa vier Zentimetern Durchmesser, die bis zu 23 Meter tief in den Boden getrieben und mit 20 Zentimeter Beton umgeben sind. „Diese Arbeiten konnten im Frühjahr abgeschlossen werden“, sagt Feldmann, der als Dezernent für die westlichen Stadtteile zuständig ist.

Lastenaufzug eingesetzt

Die Aufzugsschächte sind bereits zwischen den Stockwerken zu sehen; im Trakt neben der Hofeinfahrt, die einmal die Küche des noch zu vergebenden Restaurants beherbergen wird, ist der Lastenaufzug eingesetzt worden. Er verbindet Keller und Erdgeschoss und soll Lebensmittel und Getränke transportieren. Die zukünftige Gastronomie soll auch einen Teil des Gartens bewirtschaften.

Das Gerüst am Ostflügel konnte abgebaut werden, weil Dach-, Fassaden- und Natursteinarbeiten dort abgeschlossen sind. 500 Quadratmeter Fassade am Ostflügel und 150 Quadratmeter zum Garten hin sind fertig, Blitzschutz, Regenrinne und Taubenabwehr installiert. Insgesamt hat der Palast eine Fassadenfläche von rund 6000 Quadratmetern. Nun sind etwa zehn Prozent der Fassade und 20 Prozent des Dachs fertig. Mit den Betonarbeiten für die Aufzüge und Treppenhäuser konnte im Februar dieses Jahres begonnen werden, diese Arbeiten werden im Verlauf des Jahres weitgehend abgeschlossen.

Wie sich die Verzögerung auf die Kosten der Palastsanierung und des Umbaus auswirke, könne man derzeit nicht sagen, sagt Feldmann. Gerechnet wird derzeit mit 38,6 Millionen Euro für den Palast und zusätzlichen 3,2 Millionen Euro „erweiterten Kosten“ für die Museumspläne. Das geplante Museum erfahre mit dem Umzug des Porzellan-Museums vom Kronberger Haus in den Bolongaropalast eine „erweiterte Lösung“, wirbt der OB für die Idee, gegen die es in Teilen der Höchster Bevölkerung noch immer Widerstand gibt. Man habe wegen des Einbruchs der Gewerbesteuer Sorgen, aber der Bolongaropalast werde das, was er versprochen habe: ein Palast der Bürger.

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