1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Antiisraelische Parolen bei Demo in der Innenstadt

Erstellt:

Von: Christoph Manus

Kommentare

Nur etwa 70 Menschen folgten dem Aufruf der Gruppe „Free Palestine Ffm“ und zogen am Samstag durch die Frankfurter Innenstadt.
Nur etwa 70 Menschen folgten dem Aufruf der Gruppe „Free Palestine Ffm“ und zogen am Samstag durch die Frankfurter Innenstadt. © Monika Müller

Demonstrierende fordern in der Frankfurter Innenstadt ein Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer. Politik und Medien werfen sie vor, ihren Widerstand zu diffamieren.

Frankfurt - Etwa 70 Menschen haben am Samstag in der Innenstadt Frankfurts gegen die Politik der israelischen Regierung protestiert und ein „freies Palästina“ gefordert. Palästina sei seit 74 Jahren besetzt – also seit der Staatsgründung Israels, hieß es in Redebeiträgen der Demonstration, zu der die Initiative „Free Palestine Ffm“ aufgerufen hatte. Ständig verübe die „israelische Besatzungsmacht“ Verbrechen an der palästinensischen Bevölkerung. Doch der Widerstand der Palästinenser werde siegen.

Judenfeindliche Äußerungen waren, anders als jüngst bei einer propalästinensischen Demonstration in Berlin, am Samstag in Frankfurt nicht zu hören. Die Demonstrierenden, die von der Taunusanlage über den Mainkai und den Römerberg zur Hauptwache liefen, skandierten aber unter anderem „Von Frankfurt bis nach Gaza – Yallah Intifada“ und „Palestine will be free, from the river to the sea“, also einen Slogan, den die Jüdische Gemeinde Frankfurt als „antisemitische Chiffre“ bezeichnet.

Antiisraelische Demonstration in Frankfurt: Jüdische Gemeinde fordert Verbot

Die Jüdische Gemeinde hatte solche Slogans im Demonstrationsaufruf am Freitag zum Anlass genommen, das Verbot der Versammlung zu fordern. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte sich ähnlich geäußert. Die Forderung eines befreiten Palästina vom Fluss bis zum Meer spreche Israel das Existenzrecht ab, schrieb er auf Twitter. Der Antisemitismusbeauftragte der hessischen Landesregierung, Uwe Becker (CDU), hatte vor einer „Hass-Demonstration“ und Hetze gegen Israel gewarnt.

Eine Rednerin verwahrte sich am Samstag mehrfach gegen solche Vorwürfe, die sie als Versuch von Staat, Medien und einer „zionistischen Lobby“ charakterisierte, die Solidarität mit dem Widerstand der Palästinenser:innen zu delegitimieren und diffamieren. „Unser Kampf ist legitim“, stand auf einem Banner.

1. Mai-Demonstrationen in Deutschland

Verfolgen Sie alles zu den Demonstrationen am Tag der Arbeit in unserem Newsticker.

Scharf kritisierte die Rednerin dabei auch den Frankfurter Oberbürgermeister, den sie korrupt nannte, und die nach ihrer Ansicht überzogenen Auflagen der städtischen Ordnungsbehörde. „Wir gehen seit Jahren auf die Straße gegen Rassismus und Antisemitismus“, sagte sie. Die Forderung nach einem „freien Palästina“ vom Jordan bis zum Meer meine nichts anderes als ein Palästina, das „frei von Besatzung, Apartheid, Verbrechen und Gewalt“ sei. Der Widerstand richte sich gegen den Zionismus, der eine kolonialistische und rassistische Ideologie sei, aber nicht gegen das Judentum, sagte die Rednerin. (Christoph Manus)

Auch interessant

Kommentare