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Frankfurt: Angsträume abschaffen

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Von: Florian Leclerc

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In der Unterführung am Ratswegkreisel fühlen sich die wenigsten wohl.
In der Unterführung am Ratswegkreisel fühlen sich die wenigsten wohl. © Rolf Oeser

Die Generaldebatte vor der Wiederwahl der SPD-Regierungsmitglieder in Frankfurt zeigt: Die neue Koalition hat mehr erreicht, als es die Opposition gerne hätte. Ein Kommentar.

In Frankfurt soll es weniger Angsträume geben. Das fordert die CDU im Römer und hat einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. „Die Angst existiert. Es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Menschen angstfrei leben können“, sagte Martin-Benedikt Schäfer (CDU) am Donnerstagabend im Stadtparlament.

Angsträume zeichneten sich aus etwa durch eine schwache Beleuchtung, schlechte Einsehbarkeit, Unsauberkeit oder die Anwesenheit von bedrohlich wirkenden Personen oder von Drogenkonsum. Zu Angsträumen zählte er etwa Unterführungen, Bahnhöfe, Parks und Tiefgaragen. Schäfer verwies auf Vorfälle in Frankfurter Parks, bei denen es zu Angriffen auf Jugendliche gekommen war. „Es darf nicht sein, dass Angsträume Menschen ihn ihrem individuellen Handeln einschränken“, sagte er.

Meldeplattform für Bürgerinnen und Bürger

Der CDU-Antrag sieht eine Meldeplattform für Angsträume in der Stadt vor. Der Magistrat soll eine Liste über solche Orte erstellen. In der Folge sollen sie durch geeignete Maßnahmen wie beispielsweise mehr Beleuchtung, Zurückschneiden von Bäumen und Gebüsch oder bauliche Anpassungen umgestaltet werden.

Thilo Schwichtenberg (Gartenpartei) sagte, man könne das Wort Angstraum auch missbrauchen, wenn Investoren behaupteten, Gärten seien Angsträume und müssten beseitigt werden.

Daniela Mehler-Würzbach (Linke) wandte sich gegen eine stärkere Kontrolle und Verdrängung im öffentlichen Raum. „Wer von Angsträumen spricht, denkt nicht an Wohnungen, wo ein Großteil der Gewalt an Frauen und Kindern stattfindet. Schafft endlich bezahlbaren Wohnraum“, forderte sie.

Veronica Fabricius (CDU) sprach einen persönlichen Vorfall an, bei dem ihr Sohn bei einem Vorfall in einem Frankfurter Park verletzt worden sei. „Es kann nicht sein, dass Jugendliche Angst haben müssen, in die Parks zu gehen“, sagte sie.

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