Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Giorgio und Monia müssen sich wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten (Symbolbild).
+
Giorgio und Monia müssen sich wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten (Symbolbild).

Bericht

Frankfurt: „Wichser“, „Bastarde“, „Hurensohn“ - Angriff gegen Polizei vor Gericht

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
    schließen

In Frankfurt müssen sich der Gastgeber und eine Besucherin einer WG-Feier wegen Gewalt gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

Frankfurt am Main - An einem Sonntagmorgen im November 2019 beendet eine alarmierte Polizeistreife in Begleitung eines Orientierungspraktikanten eine laute und lustige Feier in einer Nordend-WG. Nachdem die Beamten von Gastgeber Giorgio und Besucherin Monia als „Wichser“, „Bastarde“ und „Hurensohn“ begrüßt und Minnefloskeln zum Nachteil derer Mütter aufgesagt worden sind, verliert die Heimmannschaft den anschließenden MMA-Kampf durch technischen K. o. Giorgio und Monia landen aber ein paar Ehrentreffer und -tritte, die bei ihren Gegnern zu Schwellungen und Krankmeldungen führen.

Beim Amtsgerichtsprozess gegen Giorgio und Monia wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung outet sich am Mittwoch WG-Mitbewohnerin Carla als Polizeialarmiererin. Tage zuvor hätte sie einen Disput mit Mitbewohner Gino wegen des Standortes einer Kommode gehabt. Sie sei im Recht gewesen, aber Gino habe wutentbrannt die WG verlassen und zur Strafe seinen Bruder, das Partybiest, entfesselt und zum Erben eingesetzt. Sie hätte darum den Beamten gesagt, dass in der Küche ihrer WG mit falsch stehender Kommode widerrechtlich Personen ohne gültigen Mietvertrag feierten, lärmten und rauchten, obwohl es sich um eine Nichtraucher-WG handele.

Prozess in Frankfurt: Der Orientierungspraktikant hat im Wege gestanden

Man habe bei diesem Einsatz einen Orientierungspraktikanten dabeigehabt, erinnert sich ein Polizist im Zeugenstand. Das seien Berufseinsteiger, die noch mal einen Reality-Check riskierten, ehe es ernst werde. Giorgio habe sich am Tatmorgen als Rechtsnachfolger seines Bruders präsentiert, das Partyende verweigert und ihn beim Abtransport durchs Treppenhaus bespuckt und versucht, ihn in die Wade zu beißen. Der Orientierungspraktikant habe nichts gemacht außer im Wege zu stehen.

Eine gemeinnützige Pro-bono-contra-malum-Organisation hatte der Presse vor dem Prozess mitgeteilt, hier gebe es einen „sehr drastischen Fall von Gewalt durch Polizeibeamte“ zu kritisieren. Das ist erstaunlich, denn selten präsentiert sich Polizeigewalt so angemessen und dezent wie im vorliegenden Fall.

Die Sache in Frankfurt ist kompliziert: Ein Fortsetzungstermin wird angeordnet

Vielleicht erklärt sich der Warnhinweis dadurch, dass es sich bei Giorgios Verteidiger und Monias Verteidigerin um das Tatortteam der Frankfurter Antifa handelt. Beide beherrschen die Kunst, den natürlichen Fressfeind in ihrem Revier durch bösen Blick, wildes Gestikulieren und das zunehmend lautere Stellen zunehmend blöderer Fragen einzuschüchtern. Als die Verteidigerin will, dass der Polizistenzeuge ihr die Überschriften sämtlicher Akten aus einem mitgeführten Aktenordner vorliest und zu jeder verrät, wer ihm die dienstliche Erlaubnis zum Mitführen erteilt habe, weil es ihr Recht als Anwältin sei, so etwas zu wollen, ahnt der Richter, dass es beim Prozess mit einer Instanz nicht getan sein wird. Als der Verteidiger ein schlimmes Vergehen wider den Datenschutz wittert, weil sich im Ordner des Polizisten Akten aus verschiedenen Wachen unzulässig vermengen, weiß der Richter zudem, dass es mit einem Verhandlungstag nicht getan sein wird. Ein Fortsetzungstermin wird angeordnet.

Der Verteidiger merkt an, dass es der Wahrheitsfindung dienlich wäre, wenn dann der Orientierungspraktikant als Zeuge die bereits geladenen sieben zum Oktett ergänzen könnte. Aber wenn der Orientierungspraktikant klug ist, hat er nach dem Erlebnis an jenem Novembersonntagmorgen längst seine Ausbildung zum Friedhofsgärtner abgeschlossen und ist auf die Orkneys ausgewandert, ohne eine ladungsfähige Anschrift zu hinterlassen. (Stefan Behr)

Vor dem Amtsgericht Frankfurt steht ein Mann, den die Frauen liebten – und finanzierten. Mit dem ergaunerten Geld leistete er sich einen exklusiven Lebenstil, BMW und Rolex inklusive.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare