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GASTRO-TIPP

Frankfurt Anglerheim Nied - Idyll an der Nidda

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Das Vereinsheim bietet bodenständige Küche und Logenplätze am Wasser.

Nirgendwo in Frankfurt sitzt der Gast näher an der Nidda als im Anglerheim Nied. Die Stadt selbst hingegen scheint ganz weit weg beim Blick von der Terrasse auf das Wasser und die Bäume am Ufer. Nichts ist zu hören außer einem Vogelschrei irgendwo im Unterholz und der Wasserfontäne, mit der die Angler den Altarm der Nidda vor dem Verkrauten schützen. Schließlich sollen sich in dem Wasser Karpfen, Hechte, Aale und Schleie wohlfühlen.

Auf der Speisekarte hingegen ist kein Fisch zu finden. Es geht sehr bodenständig zu, wie sich das für eine Vereinsgaststätte gehört. Wo finden sich auf der Karte noch Käsebrot (4,70 Euro), Hamburger Hausmacher Art (6,90 Euro) oder ein Salatteller mit Brot und Butter für 7,90 Euro? Das Rumpsteak gibt es wahlweise mit Brot (13,80 Euro) oder auch mit Pommes Frites und Champignons (18,80 Euro), der Beilagensalat dazu mit Weißkraut und Gurke ist sehr lecker. Zur Spezialität des Anglerheims gehört die kroatische Küche, das hat an der Grünen Weide schon seit der Jahrtausendwende Tradition.

Die Schwestern Svetlana Brkic und Jadranka Loncar sind im Vereinsheim schon seit 2016 aktiv, doch offiziell übernommen haben die beiden die Gaststätte erst in diesem August, wie Stephan Malorny, der 1. Vorsitzende des Anglervereins Nied, verrät. „Wir sind sehr zufrieden mit den beiden und es fällt auf, dass das jetzt unter weiblicher Führung ist“, findet Malorny – an Kleinigkeiten wie etwa weißen Tischdecken und Blümchen auf den Tischen.

Vorteil für Radfahrer

Jadranka schmeißt die Küche, Schwester Svetlana den Service. Zur Sommerzeit hat Svetlana vor allem auf der Terrasse zu tun, denn die ist das Prunkstück des Anglerheims. Die Corona-Krise hat für die Gäste so gesehen auch etwas Gutes, wie Svetlana erzählt: „Wir reservieren jetzt auch auf der Terrasse, das haben wir vor Corona nicht gemacht.“ Dadurch hat der Gast die Gewissheit, nach der Anreise auch wirklich einen Logenplatz am Wasser zu bekommen. Denn die Anreise, nun ja, ist für Radfahrer ein Segen, für Autofahrer beschwerlich und mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu machen. Der Radfahrer oder die Radfahrerin muss nur am Niddauferweg zwischen der Niddainsel des SV Orplid und dem Gelände des Polo-Clubs nach dem Schildchen „Anglerheim Nied“ und dem Straßenschild Grüne Weide Ausschau halten. Autofahrer müssen ab der Oeserstraße die Zufahrt über Selzerbrunnen und Taunusblick nehmen und einen der offiziellen Parkplätze ergattern. Trotz der nicht ganz leichten Anreise ist die Terrasse bei schönem Wetter zumindest abends meist ausgebucht. Es gibt viele Stammgäste, wie ein Pärchen aus Westhausen, das sich die Balkan-Platte schmecken lässt. „Wir sind sehr oft hier und es ist immer gut“, betonen die beiden. Als einem Gast ein Kugelschreiber ins Wasser fällt, ist Svetlana prompt mit einem Eimer an einer Kordel zur Stelle und fischt den Kuli raus. Ganz so, wie es sich für ein Anglerheim gehört. Oliver Teutsch

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