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In den Adlerwerken im Gallus war früher das KZ Katzbach. Foto: Rolf Oeser
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In den Adlerwerken im Gallus war früher das KZ Katzbach.

Erinnerungskultur

Frankfurt: An die Häftlinge im KZ Katzbach erinnern

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Der Verein Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim plant eine Gedenk-Aktion, um an die Häftlinge im KZ Katzbach in Frankfurt zu erinnern. Interessierte können mitmachen.

Mit einer Gedenkaktion will der Verein Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim (LAGG) an die Häftlinge des KZ mit dem Decknamen Katzbach in den Adlerwerken im Gallus erinnern.

Gesucht werden 1616 Menschen, die sich mit einem selbst gemachten Schild mit dem Namen eines Häftlings entlang des Mainufers aufstellen. Das Schild soll etwa folgende Aufschrift haben: „Ich bin oder ich stehe für oder ich gedenke (Name des Häftlings), er war Häftling im KZ Katzbach.“ Die Aktion soll am Samstag, dem 19. März 2022, von 14 bis 16 Uhr entlang des nördlichen Mainufers stattfinden.

Im KZ Katzbach waren von August 1944 bis März 1945 insgesamt 1616 Häftlinge in der Kriegsproduktion eingesetzt. Das KZ Katzbach gilt als eines der tödlichsten Außenlager im KZ-System in der NS-Zeit. Etwa ein Drittel der Häftlinge starb während der Zeit im Lager. Viele weitere kamen bei einem Todesmarsch nach der Räumung des Lagers ums Leben.

Der Todesmarsch begann am Abend des 24. März 1945. Er führte etwa 360 bis 370 Häftlinge am nördlichen Mainufer entlang nach Fechenheim und über Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern und Fulda nach Hünfeld. Unterwegs wurden zahlreiche Häftlinge erschossen, weitere starben an Erschöpfung, einigen gelang die Flucht. In Hünfeld wurden die Überlebenden in Güterwagen verladen und kamen am 30. März in Buchenwald an. Dort wurden 280 Überlebende registriert.

Bereits zwischen dem 13. und 16. März wurden etwa 450 kranke Häftlinge per Güterwagen nach Bergen-Belsen transportiert. Bergen-Belsen war in dieser Zeit das größte Kranken- und Sterbelager im KZ-System. Wie viele Häftlinge aus Frankfurt Bergen-Belsen überlebten, ist nicht dokumentiert.

Wer bei der Gedenkaktion mitmachen will, kann sich beim Verein LAGG per E-Mail anmelden: gedenken@lagg-ev.de

Interessierte erhalten dann den Namen eines ehemaligen KZ-Häftlings sowie Daten zu Geburtstag, Geburtsort, Herkunftsland, Beruf und – soweit bekannt – Todesdatum und Todesort. Die Daten gehen auf die Forschungsarbeit „KZ Katzbach – das KZ in der Stadt“ von Andrea Rudorff vom Fritz-Bauer-Institut zurück. Die Stadt Frankfurt hat die Studie finanziert.

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