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Frankfurt: Amt schließt drei Lokale

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Von: Stefan Behr

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Eine Küchenschabe, entdeckt beim Kontrollgang in einem Lokal in Alt-Sachsenhausen.
Eine Küchenschabe, entdeckt beim Kontrollgang in einem Lokal in Alt-Sachsenhausen. © Ordnungsamt Frankfurt

Bei Kontrollen in Alt-Sachenhausen entdeckt das Ordnungsamt Gammelzwiebeln und Mäusekot.

Das Ordnungsamt hat am Dienstag bei einer Kontrolle von vier Gaststätten in Alt-Sachsenhausen einige Unappetitlichkeiten aufgedeckt und daraus Konsequenzen gezogen: Zwei Kneipen und eine Shishabar mussten vorerst ihre Türen schließen.

In einem „auf den ersten Blick gepflegten Restaurant“ riskierten die Lebensmittelkontrolleure einen zweiten und registrierten einen regen Besuch von Mäusen, Ratten und Kakerlaken. Zudem präsentierte sich das Restaurant nicht gerade als Frischezentrum. Lebensmittel waren abgelaufen oder schon verdorben, „manche waren in ihrer Konsistenz nahezu nicht identifizierbar. Der Geruch verdorbener Lebensmittel war selbst manchen Stadtpolizisten zu viel“, berichten die Prüfer mit Verweis auf „verschimmelte Zwiebeln und ranzige Sojasprossen und dazwischen immer wieder Mäuse- und Rattenkot sowie der Geruch von Mäuseurin“.

Nicht viel besser zeigte sich eine Lokalität in der Nachbarschaft: „Befall von Mäusen und Schaben sowie erhebliche bauliche Mängel“ waren das eine, „Mäusekot zwischen und auf gespülten Tellern“ das andere. Auch nicht schlecht: Die Kneipe ist eigentlich pleite, wurde durch einen Insolvenzverwalter gewerberechtlich abgemeldet und machte dennoch weiter. Die geplante Live-Übertragung des WM-Auftaktspiels der Franzosen in der Kneipe wurde daraufhin abgepfiffen. Überhaupt herrschten dort wohl Arbeitsbedingungen wie in Katar: „Das angetroffene Personal erhält den Lohn für seine Arbeit nach einer Aussage nur auf mehrfaches Nachfragen und in bar.“ Ein Verantwortlicher fand sich während der Kontrolle nicht im Lokal, ebensowenig wie ein Schlüssel für die Eingangstür. Ein Schlüsseldienst tauschte die Schlösser aus und schloss den Laden ab.

Die kontrollierte Shishabar war ebenfalls kein Hort der Hygiene. Auch hier tanzten die Mäuse, „starke hygienische Mängel im Thekenbereich und im Zubereitungsraum für Shishas“ rundeten das unschöne Gesamtbild ab. Die Stadtpolizei entdeckte zu ihrem Missvergnügen zudem einen Glücksspielautomaten mit abgelaufener Zulassung sowie einen Warenautomat ohne Aufstellerkennzeichnung. Hinter der Theke lagerten zu allem Überfluss rund 500 Schmerztabletten ausländischer und ziemlich zweifelhafter Herkunft.

Lediglich in einem der vier kontrollierten Betriebe führten die Zustände nicht zu einer Schließung, auch wenn diese nicht gerade rosig waren. In einer Pizzeria wurden zwar hygienische Mängel festgestellt, aber immerhin war sie ungezieferfrei. Dem Betreiber wurde die umgehende Behebung der Mängel befohlen und eine baldige Nachkontrolle angedroht.

Gegen die unappetitlichen Zustände außerhalb der Kneipen von Alt-Sachsenhausen, vor allem in Wochenendnächten, ist das Ordnungsamt weiterhin machtlos.

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