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Tausende geben sich gemeinsam dem Musikgenuss hin – so soll’s sein.

Rebstockpark

Wireless Festival in Frankfurt: Feiern bei bester Stimmung

Beim Wireless Festival in Frankfurt gibt es von Rap über Pop bis Hip-Hop eine Menge für die Ohren. 

Bis in die Abendstunden tönen Fetzen von Beats und Bässen sowie applaudierenden Zuschauermassen in die umliegende Nachbarschaft. Mit dem Auftritt der New Yorker Rapperin „Cardi B“ endet am Samstagabend das zweitägige „Wireless Festival Germany“. Laut Veranstalter sind am Freitag und Samstag insgesamt etwas weniger als 70 000 Besucher zum Festivalgelände in den Rebstockpark geströmt. Nach 2017, als es am Waldstadion stattgefunden hat, hat das Festival mit seinem Ursprung in London, zum zweiten Mal in Frankfurt gastiert.

Im Eingangsbereich des Festivalgeländes, das hinter dem Weiher und dem Rebstockbad durch Bauzäune vom Rest des Parks abgetrennt ist, herrscht am frühen Samstagabend viel Gewusel. Es ist ein Kommen und Gehen. Die, die sich nicht vor einer der beiden Bühnen scharen, stehen in Schlangen, etwa für „Hip Hop Food“ à la Burger, Crêpes und Pizza, die sich teils mit denen zu den Dixie-Klos überkreuzen. Unter Bäumen lümmeln Menschen im vertrockneten, gelb schimmernden Gras, essen, trinken oder rauchen Shishas, die an einem Stand angeboten werden. Überall liegt Müll herum. Vereinzelt sind Reinigungskräfte zu sehen, die kaum mit dem Aufräumen nachkommen.

Andere Besucher laufen über den staubigen Boden von der „Urban Vibes“-Bühne zur „Drip Stage“ (Tropfen-Bühne). Beide Bühnen sind mit ihren haushohen Aufbauten schon von weitem zu sehen, dahinter ragen der Feldberg und der Ginnheimer Spargel empor. Auf der einen Bühne treten vor allem internationale Künstler wie der US-Rapper „Travis Scott“ und der kolumbianische Latin-Popsänger „J Balvin“ auf. Am Freitag haben dort auch die beiden deutschen Rapper „Casper“ und „Marteria“ gespielt, die zusammen ein Album aufgenommen haben. Auf der zweiten Bühne sind etwa die Hamburger und Berliner Rapper „Bonez MC und RAF Camora“ und britische Elektropopkünstler „James Blake“ zu sehen.

„G-Eazy“ heizt dem Publikum gehörig ein.

Anna-Maria Chisena und Figen Tekin haben sich gerade den Auftritt des kalifornischen Rappers „G-Eazy“ angeschaut und laufen nun zur anderen Bühne, um dort „Bausa“ nicht zu verpassen. „Me, Myself & I“ sei der einzige Song, den sie von „G-Eazy“ gekannt hätten, berichten die beiden Frauen. „Sehr geil“ und „mega“ fanden sie das Konzert. Weniger wegen bestimmter Künstler als vielmehr wegen der Stimmung seien die Freundinnen von weit angereist. Tekin kommt aus Hannover, Chisena aus München. Auf dem Oktoberfest, zusammen auf Tischen tanzend, hätten sie sich kennengelernt, festgestellt, dass sie ähnliche Musik hörten und sich in Frankfurt zu dem Festival verabredet. Beide tragen lilafarbene Zweitagesbändchen um die Handgelenke. In einem Hotel in der Nähe übernachten sie.

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„Die Orga ist toll“, sagt Tekin. Auf Apps würden sie informiert, wenn ein Konzert ausfalle oder verlegt werde. Es gebe kostenloses Trinkwasser und Hinweise, dass sich die Besucher mit Sonnenmilch eincremen sollten. Nur der Müll auf dem Boden stört Tekin. „Heute ist es schlimm“, sagt die 31-Jährige und deutet auf den Turnbeutel auf ihrem Rücken, in dem sie ihren Unrat sammle und später wegwerfe.

Dass Polizisten in kleinen Gruppen immer wieder durch die Zuschauerreihen patrouillieren, findet Chisena gut. „Das sollte man generell mehr schätzen“, sagt die 32-Jährige. Insbesondere bei Rappern wie „Bausa“, der „Drogen und Alkohol verharmlost“, sei die Polizeipräsenz sinnvoll. Der rappt auf der Bühne von „Casanova auf Kokain und Jacky Cola“ und viele Zuschauer singen den Chorus laut mit oder tanzen.

Auch Josephine Bergmann Paslat kann nicht still stehen. Die Frankfurterin mit eindeutigem Bekenntnis zum örtlichen Bundesligafußballverein auf der Gürteltasche hat ein Ticket für beide Festivaltage. „Von der Stimmung fand ich es gestern besser“, sagt die 29-Jährige. Da sei es sonniger und mehr jüngere Besucher unter 20 da gewesen. Als am frühen Abend ein paar Tropfen fallen, streifen einige türkisfarbene Ponchos – Werbegeschenke eines Autoherstellers – über. Aber bis zu den letzten Takten von „Cardi B“ gegen 23 Uhr fällt kein größerer Schauer. Dann endet die Beschallung aus dem Rebstockpark.

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