Der Angler schlägt zu.
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Der Angler schlägt zu.

Staatsanwaltschaft prüft Fall

Wels-Tötung am Mainufer: Kommen auf den Angler nun rechtliche Konsequenzen zu?

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen nach der Wels-Tötung am Mainufer in Frankfurt. Ein Experte kritisiert den Angler scharf.

  • Die Wels-Tötung eines Anglers am Mainufer in Frankfurt wird zum Rechtsfall
  • Im Internet hat das Video, auf dem die Szene zu sehen ist, rund 300.000 Klicks
  • Die Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Tierschutzverstoß vorliegt

Frankfurt – Die Tötung eines Welses am Mainufer in der Frankfurter Innenstadt hat für einen Angler möglicherweise rechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob sie Ermittlungen aufnehme, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. In Betracht komme ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Wels-Tötung am Main in Frankfurt: Staatsanwaltschaft prüft den Vorfall

Die Staatsanwaltschaft wird nun vor allem das Video sichten, das im Internet eingestellt ist und mittlerweile rund 300.000 Mal angeklickt wurde. Darauf sind zwei Männer zu sehen, die einen anderthalb Meter langen Wels aus dem Main gezogen haben. Einer der Angler prügelt mit einem Knüppel mehrere Male auf den Wels ein. Schließlich tötet er das Tier mit einem Messer. Zahlreiche Passanten in Frankfurt werden Zeuge und beschimpfen den Mann.

Nachdem es zunächst seitens des Ordnungsamtes in Frankfurt hieß, der Angler habe nicht rechtswidrig gehandelt, könnte die Staatsanwaltschaft nun zu einer anderen Einschätzung kommen. Konkret dürfte es um die Frage gehen, ob der Mann derart oft auf den Wels einschlagen musste.

Wobei die Verwendung eines Knüppels durchaus vorgesehen ist. Denn das Tier soll bewusstlos gemacht werden, bevor es mit dem Messer getötet wird. Unstrittig ist: Zurück in den Main hätte der Angler den Wels keinesfalls werfen dürfen.

Wels-Tötung am Mainufer in Frankfurt: „Was der gemacht hat, war nicht in Ordnung“

Das Ordnungsamt in Frankfurt werde jetzt das Vorgehen der Staatsanwaltschaft abwarten, erklärte Behördensprecher Michael Jenisch. Erst danach könne etwa darüber entschieden werden, ob der Angler seinen Angelschein behält.

Der Fischereiberater der Stadt Frankfurt, Jürgen Lungwitz, kritisierte den Angler im Gespräch mit der FR: „Was der gemacht hat, war nicht in Ordnung.“ Es sei nicht ersichtlich, warum der Mann mehrfach auf den Wels einschlagen musste.

Wels in Frankfurt am Mainufer mit Knüppel getötet: Aufklärung des Anglers wäre angebracht

Vom Vorstoß des CDU-Politikers Christoph Schmitt, für den Bereich der Innenstadt in Frankfurt keine Angelkarten mehr auszugeben, hält Lungwitz wenig. „Man kann da schon gut angeln“, sagte der Experte. Im konkreten Fall hätte der Angler die Passanten aber unbedingt darüber aufklären müssen, warum er auf den Wels einschlägt und ihn schließlich tötet.

Von Georg Leppert

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