Hotels und Gastronomie

Verstöße im Gastgewerbe

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Die Gaststätten-Gewerkschaft fordert vom Zoll mehr Kontrollen zum Mindestlohn.

Die Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) fordert vom Zoll mehr Kontrollen bei Frankfurter Hoteliers und Gastronomen. Hintergrund der Forderung ist eine Auswertung des Bundesfinanzministeriums, wonach der Zoll im vergangenen Jahr in der Region 49 Betriebe des Gastgewerbes ins Visier genommen hat und dabei in 17 Fällen Verstöße gegen den Mindestlohn aufdeckte. Damit habe es Verstöße in jedem dritten kontrollierten Hotel, Imbiss oder Restaurant gegeben. „Der Zoll muss mehr und intensiver kontrollieren“, forderte der Frankfurter NGG-Geschäftsführer Peter-Martin Cox.

Der Hotel- und Gastronomieverband Dehoga wies darauf hin, dass der Zoll natürlich nur in kritischen Bereichen kontrolliere und nicht etwa bei den Aushängeschildern der Branche. „Die Zahl der Beanstandungen auf die gesamten 1800 Betriebe in Frankfurt umzulegen, ist hanebüchen“, sagte der Hauptgeschäftsführer von Dehoga Hessen, Julius Wagner, auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Generell begrüße der Branchenverband die Kontrollen in kritischen Bereichen aber. In den meisten der 600 Mitgliedsbetriebe der Dehoga in Frankfurt gebe es aber Tariflöhne, „die weit über dem Mindestlohn liegen“.

Das Frankfurter Hauptzollamt wies die Forderungen der Gewerkschaft zurück. „Uns ist bewusst, dass es ein anfälliges Gewerbe ist, aber wir müssen natürlich in allen Branchen kontrollieren“, sagte Zollsprecherin Christine Strass. Die vom Bundesfinanzministerium genannten Zahlen seien indes korrekt, bezögen sich aber nur auf Kontrollen, bei denen auch Geschäftsunterlagen geprüft würden. Tatsächliche Kontrollen in den Betrieben selbst gebe es wesentlich mehr, versicherte Strass.

Auch in diesem Jahr habe der Zoll bereits wieder 25 Betriebe der Gastronomie überprüft und 17 davon beanstandet. In zwei Fällen seien sogar unmittelbar darauf Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, berichtete Strass.

Rubriklistenbild: © Peter Jülich

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