Wohnen in Frankfurt

Streit über Nachverdichtung

  • schließen

Die Koalition streitet sich im Römer über Nachverdichtung. CDU wirft der Stadt zu viel Regulierung. Die SPD sieht Planungsdezernent Mike Josef (SPD) ohne Grund angegriffen.

In der Debatte über das Nachverdichtungspotenzial in Frankfurt hat der wohnungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Albrecht Kochsiek, der Stadt vorgeworfen, mit zu viel Regulierung Dachausbau und Aufstockung zu erschweren. Dabei könne die Nachverdichtung für die Wohnraumversorgung in Frankfurt eine große Rolle spielen. Kochsiek kritisierte auch, dass das Planungsdezernat in einem Bericht an das Stadtparlament vor einer unerwünschten Bestandsaufwertung in Gründerzeitquartieren warnt. „Was ist an Aufwertung so schlimm?“, wollte Kochsiek wissen. Nicht immer werde es bei Dachausbauten oder Aufstockungen gelingen, ohne Mieterhöhungen auszukommen. Das müsse man angesichts des hohen Bedarfs an Wohnungen aber hinnehmen.

Auch Elke Tafel-Stein (FDP) warnte davor, nicht auch das Aufwertungspotenzial der Gründerzeitviertel zu nutzen. Es genüge nicht, den Blick nur auf die Siedlungen der öffentlichen Wohnungsunternehmen zu richten. Die Stadt müsse auch die privaten Vermieter bei der Nachverdichtung mit ins Boot nehmen, forderte Tafel-Stein. Sie riet etwa, Investitionsanreize für Dachausbauten zu gewähren.

Sieghard Pawlik (SPD) verteidigte die Wohnungspolitik von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Als merkwürdig kritisierte er etwa, dass Kochsiek geraten hatte, um die Bauleitplanung zu beschleunigen, externe Büros zu beauftragen. Man könne sich doch freuen, wenn das Dezernat mit seinem Personal auskomme. Die CDU suche offenbar nur Gründe, um ihren Koalitionspartner anzugreifen, kritisierte Pawlik. „Ein verlässlicher Umgang sieht anders aus.“

Uli Baier (Grüne) bezeichnete eine flächensparende Politik als das Gebot der Stunde. Nachverdichtung müsse aber qualitätsvoll und nachhaltig erfolgen, forderte er. Wichtig sei etwa, dass öffentliche Räume entstehen und viel Grün erhalten bleibt.

Für die Linke äußerte sich Eyup Yilmaz skeptisch zur Nachverdichtung. Er wies etwa auf Projekte im Gallus hin, die zur Verdrängung der bisherigen Mieter führen. Dort entstünden durch Aufstockung Wohnungen, die bis zu 18 Euro pro Quadratmeter kosteten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare