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Bleiben sie am Willy-Brandt-Platz oder wird es einen Neubau woanders geben? Die Diskussion um die Bühnen erhält neue Nahrung.

Städtische Bühnen

Städtische Bühnen Frankfurt: CDU  bringt neuen Standort ins Gespräch

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Die Frankfurter CDU bringt ein Grundstück am Osthafen ins Gespräch, weil auch die Sanierung der alten Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz teuer wäre.

In die Diskussion um die Zukunft der Städtischen Bühnen kommt Bewegung. In der Frankfurter CDU wächst die Bereitschaft, den Traditionsstandort Willy-Brandt-Platz für Oper und Schauspiel entweder ganz oder teilweise aufzugeben. Als neues Domizil für die Bühnen oder zumindest einen Teil davon bringt die CDU wieder ein großes städtisches Grundstück im Frankfurter Osthafen ins Spiel, an der Adresse Mayfarthstraße 14. Es ist heute noch an den Baustoffhandel Raab Karcher vermietet. Der Mietvertrag läuft jedoch 2021 aus.

Sanierung der Städtischen Bühnen sehr teuer

Sozialdemokraten und Grüne im Römer wollen am Standort Willy-Brandt-Platz für die Bühnen festhalten. Die CDU bringt sich jetzt mit Blick auf die Kommunalwahl 2021 in Position.

Der Hintergrund: Die Stabsstelle Städtische Bühnen unter der Leitung des erfahrenen Architekten und Managers Michael Guntersdorf erwartet, dass auch eine Sanierung der Theaterdoppelanlage von 1963 recht teuer kommen würde. „Die Haustechnik muss komplett erneuert werden, das Foyer ist nicht zu halten, das Dach ist kaputt“, sagt Guntersdorf im Gespräch mit der FR. Mitte Dezember will er eine genaue Kostenberechnung für Sanierung und Neubau vorlegen. Bereits 2017 hatte die von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zur Zukunft der Bühnen die Kosten für Neubau wie Sanierung auf jeweils knapp 900 Millionen Euro beziffert.

Differenz zum Neubau der Städtischen Bühnen gering

Dass sich jetzt die hohen Kosten für die Sanierung bestätigen, gilt bei der CDU als „Todesstoß“ für diese Variante. Weil die Differenz zum Neubau der Bühnen nicht groß sein werde, favorisiert der CDU-Kreisvorsitzende und Baudezernent Jan Schneider dem Vernehmen nach den Neubau an anderer Stelle. Das Grundstück am Osthafen liegt am Main und böte die Gelegenheit, mit einer spektakulären architektonischen Lösung Furore zu machen.

Das Areal Mayfarthstraße 14 wäre mit 25 000 Quadratmetern Fläche möglicherweise auch groß genug, um Oper und Schauspiel gemeinsam unterzubringen. Der große Nachteil: die schlechte Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Noch ist offen, ob die CDU den Bühnen-Standort Willy-Brandt-Platz ganz aufgeben würde. Für diesen Fall hat der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, Thomas Dürbeck, bereits ein Modell entwickelt, nach dem am Brandt-Platz ein neues Museum Weltkulturen gebaut werden soll. Dieses Museum ist seit vielen Jahren sehr beengt am Sachsenhäuser Museumsufer untergebracht. Der übrige Teil des Filetgrundstücks am Brandt-Platz könnte von der Stadt dann an private Investoren vergeben werden.

Glosse: Deutschland soll Flagge zeigen

SPD und Grüne plädieren für Standort Willy-Brandt-Platz

Auch der CDU ist klar, dass eine teilweise oder völlige Aufgabe des Standortes Brandt-Platz auf den Widerstand von SPD und Grünen im Römer stoßen würde. Bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2021 werden die politischen Mehrheitsverhältnisse jedoch neu bestimmt. Die CDU setzt dabei darauf, dass die SPD im Römer nach der Wahl 2021 erheblich geschwächt sein wird. CDU-Chef Schneider war auf Anfrage der FR gestern nicht zu erreichen.

Die Bürgerstiftung Urban-Future-Forum lädt für Donnerstag, 21. November, unter dem Titel „Alles Theater“ zu einer Podiumsdiskussion über die städtebauliche und architektonische Zukunft der Theaterdoppelanlage. Als einziger Politiker sitzt auf dem Podium der CDU-Kreisvorsitzende und Baudezernent Schneider. Es wird erwartet, dass er bei dieser Gelegenheit die Vorstellungen der CDU näher erläutern wird.

Über das Grundstück Mayfarthstraße 14 im Osthafen wurde schon einmal diskutiert. Der frühere Frankfurter Planungsdezernent und heutige Projektentwickler Martin Wentz (SPD) hatte das Areal 2018 für den Bau eines neuen Opernhauses ins Gespräch gebracht. Wentz hatte eine Stiftung ins Leben gerufen, die Geld für den privat finanzierten Bau eines Opernhauses sammelt. Wenn die CDU sich für den Osthafen stark machen würde, erhielte die Initiative neues Gewicht.

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