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Rennfahrer Mick Schumacher hält den Pegasos-Preis in der Kategorie "Sportler mit Herz" in den Händen, den er zuvor beim Deutschen Sportpresseball überreicht bekommen hatte.

Sportpresseball

Mick Schumacher hat Herz - Sohn von Michael Schumacher ausgezeichnet

Rund 2500 Gäste kamen zum Sportpresseball in die Alte Oper in Frankfurt. Dort wurden Sportler und Sportlerinnen für herausragende Leistungen geehrt. 

Frankfurt - Olympiasiegerin Ann-Kathrin Linsenhofftanzt mit ihrem Sohn zum Sound der Bigband der Bundeswehr, Ministerpräsdent Volker Bouffier(CDU) mit seiner Frau Ursula zu den Liedern von Udo Jürgens, die Entertainer Andy Rühlspielt. Und in der Clublounge lässt Olympiasieger Michael Großlässig den Fuß zu den Klängen wippen, die Marinamit ihrer Geige erzeugt. Spaß auf allen Ebenen bei der 38. Ausgabe des Sportpresseballs in der Alten Oper. Etwa 2500 Gäste lassen es sich gut gehen und bis in die Morgenstunden krachen.

Sportpresseball in Frankfurt: Schumacher-Sohn Mick wird schwer bewacht 

Zuvor standen ein leckeres Mehr-Gänge-Menü und etliche Preisverleihungen auf dem Programm. Einer hat auch gleich doppelt Grund zu feiern: Olympia-Goldmedaillen-Gewinner Sven Hannawald, der bei dem Großereignis, das unter dem Motto "Der Ball für Deutschland" stand, seinen 45. Geburtstag feierte und für besondere Verdienste um den gesamtdeutschen Sport ausgezeichnet wurde. Der Preis nennt sich beim "Sportpresseball Pegasos" und in dieser Kategorie erhielten ihn auch Box-Olympia-Sieger Henry Maskeund Fußballer Matthias Sammer, der allerdings durch Abwesenheit glänzte.

Schwer bewacht und bestens abgeschirmt: Mick Schumacher, Spross von Formel-Eins-Legende Michael Schumacher. Selbst als der 20-Jährige da hin muss, wo jeder mal hin muss, wird er von acht (8!) Bodyguards begleitet. Den Weg zur Bühne, um die Auszeichnung "Sportler mit Herz" abzuholen, schafft er allein. Und als Moderator Michael Steinbrechermit ihm übers Rennfahren, soziales Engagement und seinen Vater, der 2012 übrigens am selben Ort "Legende des Sports" wurde, spricht, wird es still im großen Saal. "Für mich ist es das erste Mal, ich bin so etwas nicht gewohnt", sagt Schumacher. Ein wenig aufgeregt sei er.

Sportpresseball in Frankfurt: Mick Schumacher erinnert an Vater Michael Schumacher

Doch dann sprudelt es doch aus ihm heraus, als er diese Auszeichnung entgegennimmt, die nicht für sportliche Erfolge, sondern für Fairness, Menschlichkeit und soziales Engagement vergeben wird. Denn Mick führt die soziale Familien-Einrichtung "Keep fighting" und setzt damit die gemeinnützige Arbeit seines 2013 bei einem Skiunfall schwer verunglückten Vaters in den Bereichen Kultur, Bildung und Erziehung, Wissenschaft, öffentliche Gesundheit und Motivation fort. 

Gäste tanzen beim Deutschen Sportpresseball in der Alten Oper zu den Klängen der Bigband der Bundeswehr.

Dazu zählt auch das Benefiz-Fußballspiel "Champions for Charity". Dies mache er mit ganzem Herzen, denn er wisse, dass die Stiftungen für seinen Vater etwas waren, "wofür er gelebt hat". Mick selbst lebt für den Rennsport. "Jedes Mal, wenn ich mich ins Auto setze, weiß ich, wo ich zu Hause bin", so der junge Mann.

Sportpresseball in Frankfurt: Laura Dahlmeier und Magdalene Neuner freuen sich über "wahnsinnige Auszeichnung"

Jung ist das Stichwort, denn auch die Auszeichnungen "Legende des Sports" gingen an zwei Sportlerinnen, die 32 und 26 Jahre alt sind, sich von ihrer aktiven Karriere allerdings schon verabschiedet haben. Magdalena Neunerund Laura Dahlmeierhaben die Skier und die Gewehre an den Nagel gehängt, nachdem sie so viele Goldmedaillen gewonnen haben, dass es kaum zu toppen ist. Niemand bleibt sitzen, als sich diese zwei Sportasse auf den Weg zur Bühne machen. Es gibt stehende Ovationen für die jüngsten Legenden aller Zeiten. "Das ist eine wahnsinnige Auszeichnung", so Laure Dahlmeier. Und Magdalena Neuner spricht von den verschiedenen Leben, die sie führt - das vor den zwei Kindern und das danach. "Sie sind jetzt das Wichtigste in meinem Leben, aber auf mein erstes Leben bin ich sehr stolz."

Das könne sie auch sein, findet Ministerpräsident Bouffier, der die Trophäen überreicht. "Sie sind zwei Weltsporterlerinnen, authentisch, sympathische und ganz große Persönlichkeiten." Und er sagt, dass die beiden "Mädchen von nebenan" zudem "großartige Botschafterinnen für den Sport und für unser Land" seien.

Sportpresseball in Frankfurt: Pointer Sisters sorgen für musikalisches Highlight

Nach so viel Pathos und Ehrungen war es an der Zeit, dass die Pointer Sisters, musikalisches Highlight des Abends, den großen Saal zum Beben brachten. Indessen geht es überall hoch her und überall lassen es sich die Stars und Sternchen gut gehen. Jule Gölsdorfarbeitet an einem Drehbuch für ihren ersten Krimi ("Monaco ... "). Ihr Freund Matthias Müllerist mit seinen Eltern 1956 aus dem Osten in den Westen gekommen. "Mutter Beimer", Lindenstraßen-Star Marie Luise Marjan, ist mit dem Unternehmer Hermann Bühlbecker,Chef der Firma Lampertz, zum Sportpresseball gekommen. Mit ihm ist sie schon seit 30 Jahren befreundet.

Der Frankfurter Architekt Christoph Mäcklererinnert sich an seine erste Reise in den Osten, die ihn damals nach Weimar führte. Heute würde er gern in Weimar bauen, am liebsten in den Auen, in der Nähe des Gartenhauses von Goethe. "Irgendwas ganz Kompliziertes, wo sich sonst keiner rantraut, das mag ich. Ich baue in Frankfurt neben Goethehaus das Romantik-Museum - da würde es doch passen, neben dem Gartenhaus in Weimar zu bauen", sagt Mäckler, der mit seiner Frau Claudia Orben-Mäckler zum Großereignis kam, wohl halb im Scherz. 

Sportpresseball in Frankfurt: Koffer sorgte für Anspannung - dann gab es Entwarnung

Schauspielerin Radost Bokel, bekannt geworden als "Momo", bekommt immer noch Gänsehaut und Tränen, wenn sie an den Mauerfall denkt und sich an die Nacht erinnert, die sie im Fernsehen verfolgt hat. "Das berührt mich", sagt Bokel, die in Bad Langensalza in Thüringen das Licht der Welt erblickte.

Auch im Osten geboren ist Schauspieler Wolfgang Stumph. Er hat nach der Wende "die hundert Mark Begrüßungsgeld nicht angenommen", sagt er und lächelt vielsagend. In der Nacht der Nächte spielte er in Dresden an der Semperoper. Und ging auch nicht sofort in den Westen, sondern spielte weiter Theater.

Ein Hingucker des Abends ist Ann-Kathrin Linsenhoff,die in Gucci gehüllt, mit ihrer Familie und mit neuer Frisur kam. "Ich liebe Farben, das weiß jeder, der mich kennt", sagt die 59-Jährige, dreht sich einmal um sich selbst, zeigt, was sie hat und schreitet über den Roten Teppich in die Alte Oper.

Übrigens: Ein herrenloser Koffer sorgte für kurz für etwas Anspannung: Er wurde vom Sicherheitsdienst aus dem Saal befördert und draußen im Freien von der Polizei untersucht - es war ein vergessener Handwerker-Koffer. es/fai


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