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Häuser in der Heimatsiedlung in Frankfurt.

2500 Wohnungen werden saniert

Siedlungen des Neuen Frankfurts sollen Weltkulturerbe werden

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Die Stadt Frankfurt will mindestens 2500 Wohnungen aus den 20er Jahren sanieren und anschließend den Antrag stellen, sie ins Weltkulturerbe aufzunehmen.

Ein Teil der Siedlungen des Neuen Frankfurts soll Weltkulturerbe werden. Das hat Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Montagnachmittag vor Journalisten im Deutschen Architekturmuseum (DAM) angekündigt. Um die Aufnahme in das Weltkulturerbe zu erreichen, will die Stadt mindestens 2500 Wohnungen aus den 20er Jahren in der nächsten Zeit umfassend sanieren und renovieren.

Wie Josefs Referent Marcus Gwechenberger sagte, sollen die Arbeiten im Sommer beginnen. Betroffen sind 1000 Wohneinheiten in der Römerstadt, 1000 in der Heimatsiedlung in Sachsenhausen und mehrere Hundert im Riederwald. Für Römerstadt und Riederwald wird der städtische Wohnungskonzern ABG zuständig sein, für die Heimatsiedlung die Gesellschaft Nassauische Heimstätte, an der die Stadt beteiligt ist.

Wohnungsdezernent Josef nannte Einzelheiten der Sanierungsarbeiten. Sie werden sich nicht nur auf die Fassaden der Häuser aus den 20er Jahren erstrecken, sondern auch auf Fenster, Türen und Eingänge. „Wir werden in Absprache mit den Eigentümern und Mietern handeln“, versprach der Stadtrat. Nach Abschluss der Sanierung im Jahre 2025 soll dann der Antrag auf Aufnahme in das Weltkulturerbe gestellt werden.

Josef bezog sich auf den erfolgreichen Antrag des Landes Berlin, dem es gelungen war, einige seiner Siedlungen aus den 20er Jahren in das Weltkulturerbe aufnehmen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit habe die Jury auch die Siedlungen des Neuen Frankfurts aus den Jahren 1925 bis 1930 gewürdigt und erklärt, sie seien es eigentlich wert, als Kulturerbe bewahrt zu werden. Tatsächlich sei der bauliche Zustand der Frankfurter Wohnsiedlungen allerdings zu schlecht. „Das müssen wir ändern“, sagte der Sozialdemokrat.

Im Museum Angewandte Kunst (MAK) war schon am 19. Januar die Ausstellung „Moderne am Main“ eröffnet worden, die sich mit dem Neuen Frankfurt nicht nur im Wohnungsbau, sondern auch im Design, in der Mode, in Musik, Film und Fotografie beschäftigt. Am 23. März folgte das Deutsche Architekturmuseum (DAM) mit „Neuer Mensch, neue Wohnung“ über die Bauten des Neuen Frankfurt. Vom 16. Mai an stellt das Historische Museum die Frage: „Wie wohnen die Leute?“

Das Bundesbauministerium hatte am Wochenende bekanntgegeben, dass es die Sanierung der 20er-Jahre-Siedlungen in Frankfurt mit fünf Millionen Euro unterstützen wird. „Das ist Auszeichnung und Verpflichtung zugleich“, sagte Josef.

Aus dem 140 Millionen Euro umfassenden Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ fließen 15 Millionen Euro nach Hessen.

Neben Frankfurt bekommt die Stadt Kassel 6,5 Millionen Euro, weitere 3,5 Millionen Euro erhält die Kurstadt Bad Karlshafen, die nördlichste Gemeinde Hessens.

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