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Die Häuser in der Römerstadt sollen schöner werden.

„Neues Frankfurt“

Bund hilft bei der Sanierung von Siedlungen in Frankfurt

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Fünf Millionen Euro fließen in die Erneuerung von Römerstadt, Riederwald und anderen Häusern.

Tausende von Mietern in den Siedlungen des „Neuen Frankfurts“ dürfen sich freuen. Das Bundesbauministerium unterstützt die Sanierung der Wohnhäuser aus den 20er Jahren mit fünf Millionen Euro. Betroffen sind die Römerstadt, Teile der Riederwald-Siedlung, Häuser an der Ludwig-Landmann-Straße, die Heimatsiedlung in Sachsenhausen und Westhausen.

Das Vorhaben wurde offiziell auf die Liste der Nationalen Projekte des Städtebaus aufgenommen. Frank Junker, der Chef der städtischen Wohnungsholding ABG, sprach gegenüber der FR von einer „tollen Entscheidung in Berlin“. Allerdings erhält die Stadt Frankfurt jetzt weniger Geld vom Bund, als Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD) erhofft hatte. Im Februar 2019, als die FR mit Josef in der Römerstadt unterwegs war, hatte der Stadtrat noch mit bis zu 14 Millionen Euro an Zuschuss kalkuliert.

Wie Junker sagte, werden sich die ABG-Holding und die Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte die fünf Millionen Euro aus Berlin teilen. Der ABG gehören die Römerstadt, der Riederwald und die Gebäude an der Landmann-Straße. Die Heimatsiedlung und Westhausen zählen zum Portfolio der Nassauischen Heimstätte. Etwa 8000 Mietparteien profitieren von dem Beschluss der Bundesregierung. Die Siedlungen des „Neuen Frankfurts“ waren von 1925 an errichtet worden. Bis zum 100. Geburtstag 2025 sollen die Sanierungsarbeiten möglichst weit vorangetrieben werden.

Die ABG will insgesamt, wie Junker sagte, etwa 40 Millionen Euro für die Renovierung ausgeben. Dringend notwendig sei die Erneuerung der Fassaden. Zwei private Architekturbüros nähmen derzeit im Auftrag der Stadt den Istzustand der Siedlungen unter die Lupe, so Junker. Es sei davon auszugehen, dass auch Fenster und Türen sowie Betonteile ausgetauscht werden müssten.

Der ABG-Geschäftsführer freute sich über den „nicht unerheblichen Zuschuss“ vom Bund und bedankte sich bei Wohnungsdezernent Josef für dessen Engagement. Das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus umfasst insgesamt 140 Millionen Euro. Die Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina M. Wiesmann und Matthias Zimmer begrüßten die Unterstützung des Bundes. Das Bauhaus, das gerade seinen 100. Geburtstag feiert, und das „Neue Frankfurt“ seien „ein anschaulicher Beleg für die erfolgreiche Bekämpfung von Wohnungsknappheit“, so Wiesmann.

Neues Frankfurt

Die Siedlungen des „Neuen Frankfurts“ entstanden in den Jahren 1925 bis 1930. Unter der Ägide von Stadtbaurat Ernst May wurden binnen kurzer Zeit 12.000 erschwingliche Mietwohnungen in öffentlich-privater Partnerschaft gebaut. Diese Wohnungen setzen bis heute Standards im Wohnungsbau. So entstand damals etwa die funktionale und platzsparende „Frankfurter Küche“ nach den Entwürfen von Margarete Schütte-Lihotzky.

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