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Die Schauspieler Benjamin Zachriat (links) und Altine Emini auf dem Friedensteppich.

Demonstration

„Pulse of Europe“ wirbt in Frankfurt für Teilnahme an Europawahl

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Knapp tausend Teilnehmer demonstrieren auf dem Goetheplatz, wo ein 40 Meter langer Teppich ausgerollt wird.

Mit einem 40 Meter langen Teppich hat Pulse of Europe am Sonntag auf dem Goetheplatz daran erinnert, dass der Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit ist. Noch in der Nacht war Angelika Rövenich vom Organisationsteam damit beschäftigt, den einzigartigen Teppich zu nähen, der später, begleitet von den dumpfen und eindringlichen Klängen japanischer Trommeln und den Zitaten zweier Schauspieler, ausgerollt werden sollte. Die roten Teile weisen auf die Zeiten hin, in denen Krieg herrschte in Europa, weiße Stücke stehen für die Friedensphasen und blau für ein friedliche Zusammenleben in Europa nach 1945, erklärte Rövenich.

Knapp 1000 Besucherinnen und Besucher verfolgten das Schauspiel, als Benjamin Zachriat von der Interkulturellen Bühne in Bornheim und Altine Emini vom Schauspiel Frankfurt Augenzeugenberichte aus dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) oder der Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 19. Oktober 1813) vortrugen. Es folgten der deutsch-französische Krieg, die Weltkriege und zuletzt die Jugoslawienkriege (1991 bis 1999). „Die Schuldigen sind bekannt, aber sie sind immer noch da. Die nationalen Führer“, wurde die Autorin Radmila Lazic zitiert.

Zuvor hatte der „Kopf“ von Pulse of Europe, Daniel Röder, dazu aufgerufen, sich an der Europa-Wahl am 26. Mai zu beteiligen. „Die Rechtspopulisten kriegen ihre Leute an die Urne“, sagte Röder. Die AfD wolle als „Abbruchunternehmen“ ins Parlament einziehen. „Die wollen Europa abschaffen.“ Ihrem Spitzenkandidaten Jörg Meuthen gehe es um „Rassismus und Diskriminierung“. Den Begriff der Heimat dürfe man nicht den Rechtspopulisten überlassen. „Europa ist unsere Heimat. Europa sind wir.“

Stefanie Hartung stellte eine Kampagne vor, mit der Pulse of Europe Online und Offline für ein friedliches und demokratisches Europa werben wird. Es gehe um eine „schicksalhafte Europawahl“, sagte Hartung: „Es muss gewählt werden.“ Man habe Aufkleber und Slogans entwickelt, etwa mit der Botschaft, dass der Frieden „keine ,Selbstverständlichkeit“ und „kein Naturgesetz“ sei. Für einen Online-Auftritt, der kurz vor Ostern gestartet werden soll, habe man bereits viele Prominente aus Musik, Wissenschaft, Literatur und Sport gewinnen können. Wenn die Website im Netz steht, kann dort jeder sein Bild und eine ganz persönliche Stellungnahme zu Europa einstellen.

Besonderes Lob erntete an diesem sonnigen Nachmittag die Frankfurter Eintracht. Nicht wegen des Elfmeters in letzter Sekunde auf Schalke, sondern wegen der bekannt pro-europäischen Haltung von Eintracht-Präsident Peter Fischer. Beim letzten Heimspiel habe der Mannschaftskapitän eine Binde mit der Europafahne getragen, sagte Röder. Als eines der nächsten Ziele nannte er, Pulse of Europe mit den „Fridays for Future“-Leuten verbinden zu wollen. Eine gewisse Verjüngungskur könne den Europa-Aktivisten nicht schaden.

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