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Viele Hochhäuser, viele Banken, viele Einwohner - aber auch erstaunlich viel Grün. Frankfurt liegt in einigen Kategorien vorne.

Vergleich

Meiste Pendler, höchste Gehälter

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Die neuen Materialien zur Stadtbeobachtung zeigen: Ob bei den Steuereinnahmen, beim Wohnungsbau oder touristischen Übernachtungen - Frankfurt liegt im Großstadtvergleich oft vorn.

Frankfurt steht im Vergleich der 15 bevölkerungsreichsten deutschen Großstädte gut da. Dieses Fazit zieht der für Statistik zuständige Dezernent Jan Schneider (CDU) am Dienstag gleich zu Beginn seiner Präsentation der neuesten „Materialien zur Stadtbeobachtung“. Denn ob Steuereinnahmen, touristische Übernachtungen, Wohnungsbau oder Kinderbetreuung: Frankfurt liegt oft an der Spitze - oder zumindest weit vorne.

Der neueste vom Bürgeramt Statistik und Wahlen herausgegebene Band versammelt auf 225 Seiten Zahlen und Fakten zu so unterschiedlichen Bereichen wie Flächennutzung, Bevölkerung, Bauen, Wohnen, Bildung, Arbeitsmarkt bis hin zu politischen Wahlen. Aufgeteilt in drei Kapitel werden die Frankfurter Werte zunächst mit umliegenden Städten und Landkreisen der auch Teile von Rheinland-Pfalz und Bayern umfassenden Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main verglichen, dann mit weiteren deutschen Ballungsräumen und schließlich mit den 15 deutschen Großstädten mit den höchsten Einwohnerzahlen.

Frankfurt zählt demnach zu den am stärksten wachsenden Großstädten in Deutschland. Im Erhebungszeitraum 2013 bis 2017 wuchs die Stadt um 6,9 Prozent, nur Leipzig gewann prozentual noch mehr Einwohnerinnen und Einwohner hinzu. Zurückzuführen ist das nicht nur auf Zuzüge, sondern auch auf ein natürliches Bevölkerungswachstum: Mit München teilt sich Frankfurt den Spitzenwert der höchsten Differenz zwischen Geburten- und Sterberate. Während Schlusslicht Duisburg pro 1000 Einwohner im Durchschnitt um 2,7 Personen schrumpfte, gewannen Frankfurt und München 4,1 Menschen hinzu. Und der Trend setzte sich über den Erhebungszeitraum hinaus fort - erst im Februar habe die Stadt die Bevölkerungsmarke von 750 000 geknackt, rief Stadtrat Schneider in Erinnerung.

Um mit den Herausforderungen, die dieses Wachstum mit sich bringt, bestmöglich umgehen zu können, brauche es das vergleichende Datenmaterial, so Schneider. Das im übrigen auch zeige, was in dieser Hinsicht bereits geschehe. „In keiner anderen deutschen Großstadt wurden so viele Wohnungen gebaut“, betont Schneider. Mehr als 4000 Wohnungen wurden alleine im Jahr 2017 fertiggestellt, insgesamt stieg der Bestand binnen fünf Jahren auf 389 524 Wohnungen, ein Plus von 4,7 Prozent. Und das, obwohl Frankfurt nach Berlin und München ohnehin schon die am dichtesten besiedelte Großstadt ist. 2985 Menschen teilen sich hier einen Quadratkilometer.

Dass sie das gerne tun, liegt auch daran, dass es Frankfurt wirtschaftlich gut geht. Die Steuereinnahmen sind im Großstadtvergleich mit Abstand am höchsten - 3147 Euro nahm der Staat im Jahr 2017 pro Einwohnerin oder Einwohner ein. In Leipzig am anderen Ende des Großstadtspektrums waren es nur 991 Euro. Und: „In keiner anderen deutschen Großstadt verdienen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr als in Frankfurt“, nämlich im Durchschnitt 32,5 Euro brutto pro Arbeitsstunde.

Wobei dies großteils keine Frankfurterinnen und Frankfurter sind: Frankfurt ist unangefochtene Pendlerhauptstadt - 64,2 Prozent der in der Stadt Beschäftigten pendeln ein, abzüglich der Auspendelnden wächst die Stadt tagsüber durchschnittlich um 267 376 Menschen an. Dazu kommen noch die Touristinnen und Touristen, die Frankfurt ebenfalls besonders zahlreich anzieht. 5,6 Millionen Gäste hatte die Stadt 2017. Pro 1000 Einwohner gerechnet, sind das mehr (12 779) als in Berlin (8300) und München (10 300).

Ausgewählte Daten

Die höchste Beschäftigungsdichtehat Frankfurt unter den Großstädten. Teilt man die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter durch die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von 15 bis 64 Jahren, kommt man hier auf einen Wert von 111 Prozent, ein Plus von 1,5 Prozent in den Jahren 2013 bis 2017. 

20,9 Prozent des Stadtgebietswerden als Verkehrsfläche genutzt, der höchste Wert unter den Großstädten (Durchschnittlicher Anteil: 14,7 Prozent). Aber immerhin: Dank Stadtwald und Grüngürtel liegt Frankfurt auch bei den Grünflächen relativ weit vorne, auf Platz vier. 

58,8 Prozent der Frankfurter Kinderwerden in einer Tageseinrichtung betreut. Höhere Betreuungsquoten gibt es nur in Dresden und Leipzig. 

Im Internetkann man den neuen Band „Materialien zur Stadtbeobachtung 27“ mit insgesamt 103 Tabellen gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro plus Versandkosten bestellen oder kostenlos herunterladen unter www.frankfurt.de/materialien_stadtbeobachtung. msa

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