Den Kindern und Jugendlichen im Viertel fehlt es an Flächen.

Gallus

Mehr Platz zum Spielen

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Bei einer gemeinsamen Aktion wollen Einrichtungen und Schulen am Donnerstag und Freitag auf die Enge im Stadtteil aufmerksam machen. Es fehlen Flächen für Kinder und Jugendliche - und auch die Schulen haben ein Platzproblem.

Im Gallus wird es immer enger. Das bedeutet auch, dass die Kinder immer weniger Möglichkeiten haben sich zu bewegen, sagt Alexander Klett, Sprecher vom Stadtteilarbeitskreis Gallus. Jede freie Fläche werde zugebaut, neue Kindergärten ohne Außengelände geplant und Schulen müssen ihre Pausen in Schichten abhalten, weil der Hof zu klein ist. Parallel dazu klagten die Mediziner, dass die Kinder zu dick seien und nicht mal mehr einen Purzelbaum können.

Auf diese Entwicklung wollen die Einrichtungen und Schulen, die im Stadtteil-Arbeitskreis Gallus zusammengeschlossen sind, mit zwei Aktionstagen „Gallus braucht Spielraum“ am Donnerstag, 4., und Freitag, 5. April, aufmerksam machen. „Wir hoffen, dass bei Neugestaltungen die Bewegungsbedürfnisse von Kindern berücksichtigt werden und die ein oder andere Fehlentwicklung noch zu stoppen ist“, sagt Klett. Die Stadtpolitik, aber auch Investoren müssten mitdenken und die Menschen vor Ort miteinbeziehen, sagt der Kinderbeauftragte des Stadtteils Dirk Schneider.

Im Gallus gebe es keinen großen Parks wie in anderen Vierteln, auch wenn der Europagarten bald eröffnet werden soll. Zudem fehlten Flächen für Jugendliche, sagt Schneider. Bolz- und Spielplätze seien oft nur für jüngere Kinder freigegeben und zu manchen Uhrzeiten ganz geschlossen. Schneider kann sich außerdem gut eine Spielstraße für das Gallus vorstellen, etwa an der Frankenallee, wo freitags der Markt veranstaltet wird.

Fast jede Einrichtung im Stadtteil betrifft das Platzproblem auf unterschiedliche Weise, so Schneider. Die Paul-Hindemith-Schule etwa brauche mehr Räume für die steigende Schülerzahl. Die Kinder der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) der Hellerhofschule wünschten sich noch einen Fußballplatz und einen Toberaum im Hort. Ebenso mehr Spielgeräte und Klettergerüste auf dem Schulhof und einen Raum für Hausaufgaben.

Familien lebten oft in zu kleinen Wohnungen, die den Bedürfnissen nicht gerecht werden könnten, schreibt das Kinderhaus Gallus. Freiräume für unbeobachtetes Spielen, Toben und Entdecken seien kaum mehr vorhanden. „Wo kann ein Kind etwa Fahrrad fahren lernen ohne einem großen Unfallrisiko ausgesetzt zu sein? Wo dürfen Kinder heute noch laut sein?“ Kinder, Teenies und Jugendliche bräuchten jeweils Räume, die sie sich aneignen können, die zu ihren jeweiligen Bedürfnissen passen und wo sie ungestört von der Erwachsenenwelt sie selbst sein dürfen.

Das Gallus braucht Spielraum für Begegnung und Austausch, findet der IB Jugendmigrationsdienst. Er lädt für Freitag um 12 Uhr Anwohner und Passanten ein, einen Moment zu entschleunigen und es sich auf der Couch vor den Räumlichkeiten an der Frankenallee 133 gemütlich zu machen. Bei einem Teller Suppe wollen sie sich über öffentliche soziale Räume im Gallusviertel unterhalten.

Jede Einrichtung veranstaltet ihre eigenen Aktionen. Zusätzlich gibt es eine große Abschlusskundgebung am Freitag an der Quäkerwiese. Dort können die Bewohner zudem ihre Ideen, Fragen, Forderungen und Wünsche aufschreiben. Diese werden eingesammelt und ausgewertet.

Aktionstage

Die Abschluss-Kundgebungbeginnt am Freitag, 5. April, um 15 Uhr im Quartierspavillon Quäkerwiese, Frankenallee 144. 

Gleichzeitiggibt es an der Ecke Frankenallee / Schwalbacher Straße verschiedene Spiel- und Tanz-Aktionen zum Zugucken und Mitmachen sowie ein Fußball-Freundschaftsturnier um 15.30 Uhr. 

Am Zaunder Hellerhofschule werden am 4. und 5. April Zeichnungen von Kindern ausgestellt.

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