„Wir handeln jetzt“ steht am Eisernen Steg. Auch in der Corona-Krise treten die Fridays for Future für Klimaschutz ein.
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„Wir handeln jetzt“ steht am Eisernen Steg. Auch in der Corona-Krise treten die Fridays for Future für Klimaschutz ein.

Fridays for Future

Klimaprotest in Hessen: Digitaldemo for Future

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Die „Fridays for Future“ wollen auch während der Coronavirus-Pandemie für ihre Ziele werben. Einen globalen Aktionstag verlegen sie ins Internet.

Die Corona-Pandemie wirbelt nicht nur das öffentliche Leben durcheinander, sondern auch den Protestplan von „Fridays for Future“. Seit Monaten bereiten die Aktivistinnen und Aktivisten der Klimaschutzbewegung ihren nächsten globalen Aktionstag vor, der am kommenden Freitag, 24. April, mit Großdemonstrationen für mehr Anstrengungen gegen den Klimawandel werben sollte. In Frankfurt wollten sich wieder Zehntausende Menschen vor der Alten Oper versammeln.

Doch jetzt zwingt die Pandemie die Bewegung zum Umdenken. Bundesweit ruft sie für diesen Tag jetzt zu einem „Netzstreik fürs Klima“ auf, unterstützt von Umweltverbänden wie dem BUND, Greenpeace, dem WWF und zahlreichen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen. Mit Fotos von Transparenten in den sozialen Netzwerken, mit Redebeiträgen und kleineren Aktionen im Livestream soll der Protest ins Internet verlegt und die Klimakrise im gesellschaftlichen Bewusstsein gehalten werden. Man sage die geplanten Proteste „schweren Herzens“ ab, heißt es auf der bundesweiten Webseite von „Fridays for Future“. Aber es sei eben so, „dass insbesondere ältere Menschen durch das Coronavirus gefährdet sind“.

Umschwenken auf digitale Aktionsformen

Auch in Hessen schwenkt die Bewegung auf digitale Aktionsformen um. Rund 20 hessische Ortsgruppen wollen sich am „Netzstreik“ beteiligen und haben sich auf der Übersichtskarte eingetragen, die man auf der bundesweiten Webseite von „Fridays for Future“ abrufen kann. „Wir haben uns entschieden, nicht dazu aufzurufen, trotz der Pandemie auf die Straße zu gehen“, sagt Jaspar Reimann, ein Sprecher der „Fridays for Future“ Hessen. Man wolle niemanden gefährden.

Generell sei die Bewegung nicht entmutigt, weil die Corona-Pandemie ihre Themen aktuell aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verdränge, sagte Reimann. „Ich glaube eher, dass wir nach Corona einen Aufschwung bekommen, weil wir als Gesellschaft jetzt gelernt haben, wie man mit Krisen umgehen kann.“ Viele Menschen hielten sich im allgemeinen Interesse gerade an harte Beschränkungen, so Reimann. „Das könnte man mit der Klimakrise auch so machen.“

Hoffen auf Krisenlösungen

Die Frankfurter Ortsgruppe hat derweil schon mit der Mobilisierung für den digitalen Aktionstag begonnen: In der Nacht zu Freitag haben sie am Eisernen Steg ein Transparent aufgehängt und rufen dazu auf, in den kommenden Tagen „künstlerisch und kreativ politische Botschaften in der Stadt zu verbreiten“. Am 24. April will die Frankfurter „Fridays for Future“-Bewegung Plätze wie den Opernplatz und die Hauptwache mit bunten Parolen bemalen – unter Einhaltung des Infektionsschutzes, wie sie betont. „Natürlich werden wir alle rechtlichen Sicherheitsmaßnahmen einhalten, da wir die Ausbreitung des Virus nicht weiter fördern möchten“, heißt es in einer Mitteilung.

Asuka Kähler, ein Sprecher der Frankfurter Ortsgruppe, sagt im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, dass die Bewegung trotz der Pandemie sehr aktiv sei. Es gebe rege Debatten über Messenger und Onlinekonferenzen, ab und an träfen sich auch einzelne Aktivistinnen und Aktivisten. Er halte es für falsch, die Pandemie als Chance zu bezeichnen, so Kähler. Aber es gebe die Möglichkeit, jetzt „mehrere Krisen auf einen Schlag zu lösen“. Der Neustart von Wirtschaft und Gesellschaft nach Corona könne zur sozialen und ökologischen Neuausrichtung genutzt werden.

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