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Mit einem Plakat mit der Aufschrift "Klimapolitik muss sich wandeln" laufen die jugendlichen Teilnehmer beim Schülerstreik durch Frankfurt.

Fridays for Future

Große Solidarität mit Schülerprotest

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Parteien und Verbände loben „Fridays for Future“. Heute finden Demonstrationen zum weltweiten Aktionstag statt.

So viel politische Unterstützung gab es bislang noch nie. Wenn die Aktivisten der Protestbewegung „Fridays for Future“ am heutigen Freitag in Frankfurt und anderen hessischen Städten wieder auf die Straße gehen, werden sie von vielen guten Wünschen und großer Solidarität begleitet. Man stehe „an der Seite der streikenden Schülerinnen und Schüler“ und unterstütze ihre Forderung nach einem engagierteren Kampf gegen den Klimawandel, teilte etwa Petra Heimer mit, die Vorsitzende der hessischen Linken. Die Proteste der Schüler seien eine „angemessene und notwendige Form des zivilen Protestes“.

Auch die GEW Hessen äußerte ihre Unterstützung. Anstatt über Sanktionen für anfallende Fehlstunden zu diskutieren, sollte die Beschäftigung mit dem Klimawandel verstärkt Thema im Unterricht sein, forderte die Gewerkschaft. Man sehe das Engagement der Schüler mit Freude, „denn es zeigt, dass die heutige Generation der Schülerinnen und Schüler alles andere als politikverdrossen oder bequem ist“, sagte die hessische GEW-Vorsitzende Maike Wiedwald. Schüler zu mündigen Bürgern zu erziehen, sei ein zentraler Bildungsauftrag der Schule.

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Seit Mitte Dezember gehen die Schüler freitags für eine andere Klimapolitik auf die Straße und bleiben dafür dem Unterricht fern. Am heutigen Freitag reihen sich ihre Proteste in einen weltweiten Aktionstag ein: In rund 100 Staaten auf der Erde wollen junge Menschen gleichzeitig dagegen protestieren, dass die ältere Generation das Thema Klimawandel verschlafe. In Frankfurt gibt es gleich zwei Protestzüge, sie starten um 12 Uhr am Hauptbahnhof und an der Bockenheimer Warte. Am Nachmittag ist eine Kundgebung auf dem Römerberg geplant, wo die Schüler mit Politikern diskutieren wollen – etwa mit Kaweh Mansoori von den hessischen Jusos und Janine Wissler, der Fraktionschefin der Linken im hessischen Landtag.

Auch aus dem Römer äußern sich die Fraktionen zu den Schülerprotesten. Es sei „absolut beeindruckend, wie die jungen Menschen innerhalb nur eines Jahres der Bedrohung durch den globalen Klimawandel zu mehr Aufmerksamkeit verholfen haben“, sagte die grüne Stadtverordnete Birgit Ross. Die CDU-Fraktion teilte mit, sie wolle mit den Schülern über lokale Maßnahmen zum Klimaschutz diskutieren. „Wir finden es fabelhaft, dass junge Leute so zahlreich und nachdrücklich die Zukunft mitgestalten wollen“, sagte Fraktionsvorsitzender Michael zu Löwenstein. An der Podiumsdiskussion am Römer werde die CDU trotzdem nicht teilnehmen – man wolle bei aller Wertschätzung niemanden ermuntern, nicht zur Schule zu gehen.

Die Aktivisten treffen sich am heutigen Freitag um 12 Uhr am Hauptbahnhof und an der Bockenheimer Warte. Beide Demozüge gehen zur Alten Oper und von dort aus gemeinsam zum Römer.

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