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Auf den Friedhöfen werden weniger Menschen beerdigt als früher. Die Kosten für die Städte aber bleiben hoch. 

Friedhöfe Frankfurt

Die Friedhofsgebühren steigen in Frankfurt

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Die Stadt erhöht die Preise für Gräber um bis zu 30 Prozent. Damit reagiert sie auf die hohen Fehlbeträge im Gebührenhaushalt für die Friedhöfe.

Bestattungen auf den Frankfurter Friedhöfen werden deutlich teurer. Der Magistrat hat kurz vor Jahreswechsel eine neue Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung beschlossen, nach der die Preise für Grabstätten um bis zu 30 Prozent steigen. Stimmen die Stadtverordneten dieser zu, gelten die neuen Gebühren bis Ende 2022. Erst zum Jahr 2018 hatte die Stadt die Preise deutlich erhöht.

Frankfurt: Gebühren für Bestattungen reichten nicht aus um Kosten zu decken

Ein Einzel-Erdwahlgrab soll nun 1579 Euro kosten, 20 Prozent mehr als bisher, ein Doppel-Erdwahlgrab mit 2524 Euro sogar 21 Prozent mehr. Für eine Urnen-Wahlgrabstätte zur Beisetzung in der Erde sind künftig 1531 Euro zu zahlen (plus 20 Prozent), für die Rasenurnen-Wahlgrabstätte 1210 (plus 20 Prozent), für eine Urnen-Wahlgrabstätte im Trauerwald 1221 Euro (plus 30 Prozent). Da die Gebühren für die Bestattung sinken, steigen die Gesamtkosten für Beisetzung, die Nutzung der Trauerhalle und für das Grab nach einer Beispielrechnung der Stadt Frankfurt in geringerem Maß. Sie spricht von einer durchschnittlichen Erhöhung für den Bereich Urnengrabstätten von neun Prozent und von zehn Prozent für Erdgrabstätten.

Grund für die erneut kräftige Erhöhung der Gebühren ist, dass diese seit Jahren nicht ausreichen, um die Kosten zu decken. Das Defizit ist trotz der Preiserhöhung im Jahr 2018 zuletzt sogar von Jahr zu Jahr gestiegen. 2017 lag der Fehlbetrag bei 1,99 Millionen Euro, 2018 bei 2,17 Millionen Euro. Für das vergangene Jahr geht die Stadt Frankfurt von einem Defizit von bis zu 2,4 Millionen Euro aus. Und das, obwohl noch mehr Steuergeld in den Gebührenhaushalt fließen soll. Die Friedhöfe erfüllten gerade im Zuge des Klimawandels und der verstärkten kulturellen Nachfrage immer mehr öffentliche und allgemeine Aufgaben, begründet das der Magistrat in seiner Vorlage.

Bestattung in Frankfurt: Warum die Gebühren nicht mehr ausreichen

Dass die Gebühren nicht mehr ausreichen, hat unter anderem mit dem sinkenden Bedarf an Bestattungsflächen und der sinkenden Auslastung der Friedhofseinrichtungen zu tun. Noch im Jahr 2008 gab es nach der Vorlage des Magistrats 5289 Bestattungen auf den Frankfurter Friedhöfen. 2018 waren es nur noch 4768.

Die Zahl der Menschen, die in Frankfurt sterben, sinkt trotz Bevölkerungswachstums eher. Immer mehr Frankfurter werden zudem außerhalb der Stadt bestattet, zum Beispiel an ihrem Geburtsort, in der Gemeinde, wo die Angehörigen wohnen, oder auch in Orten, in denen die Friedhofsgebühren niedriger sind. Eine steigende Rolle spiele auch die Konkurrenz privater Anbieter von „Friedwäldern“ und „Ruheforsten“, heißt es.

Auf den Friedhöfen setzt sich laut Stadt zudem der Trend zu pflegeleichten Gräbern und kostengünstigeren Bestattungsformen fort. Der Anteil von kleinen Urnengräbern steigt im Vergleich zu den Erdgräbern. Und das führt dazu, dass die Stadt größere Flächen auf den Friedhöfen selbst pflegen muss. Das wiederum wird für sie immer teurer. 

Frankfurt: Trockene Sommer ein Grund für steigende Gebühren

Die Kosten steigen nach Angaben der Stadt unter anderem, weil angesichts der zunehmenden Hitze- und Trockenphasen mehr bewässert werden muss sowie Sturmschäden und Schädlingsbefall zugenommen haben. Nach dem sehr heißen und trockenen Sommer 2018 mussten der Vorlage nach im Frühjahr vergangenen Jahres mehrere Hundert Bäume auf den Frankfurter Friedhöfen gefällt werden.

Schädlingsbefall war bereits auf dem Stadtteilfriedhof in Frankfurt Bornheim ein großes Problem. Ein Kahlschlag war die Folge.

Die Stadt versucht, mit neuen und veränderten Angeboten auf die sich wandelnde Nachfrage bei den Friedhöfen zu reagieren. So bietet sie etwa auf dem Waldfriedhof Oberrad Urnenwahlgräber in einem „Trauerwald“ an, was nach ihren Angaben auf eine große Nachfrage stößt. Auf dem Friedhof Harheim sollte im vergangenen Jahr ein pflegefreies Urnen-Wahlgrabfeld fertiggestellt werden, auf dem Friedhof Nied eine neue Urnenwand. Viel Geld steckt die Stadt zudem in Sanierung und Umgestaltung der Friedhofsanlagen. Eine bessere Planung der Friedhofsflächen verspricht sich die Stadt von der digitalen Erfassung der Areale.

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