+
Solch eine typische Sauna gibt's auch im Rebstockbad. 60 000 Menschen schwitzen da pro Jahr. Bald müssen sie in die Titus Thermen ausweichen. Da wird's dann garantiert enger als auf diesem Bild. 

Bäderbetriebe Frankfurt

Freibad Hausen: Hausen bleibt ohne Sauna – Sanierung in Titus-Thermen

Die Bäderbetriebe ändern die Planungen für die Traglufthalle im Freibad Hausen. Die ursprünglich vorgesehene Sauna wird es nicht geben. Dafür wird bei der Titus-Thermen nachgebessert. 

Frankfurt - Rund 60 000 Saunabesucher zählt das Rebstockbad jährlich. Doch auf sie kommen kalte Zeiten zu, denn das Schwimmbad schließt 2020, wird abgerissen und bis 2024 neu gebaut. Während die Schwimmer während der Bauzeit in einer Traglufthalle im Hausener Freibad unterkommen, gehen die Saunafreunde leer aus. Denn die dort ursprünglich angedachte Saunalandschaft, deren Pläne dem Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) bereits in seiner August-Sitzung vorgestellt wurden, wird es doch nicht geben.

"Wir werden die Planungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiterverfolgen", teilte Frank Müller, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF), auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Stattdessen wolle man "schnellstmöglich" die Saunalandschaft in den Titus-Thermen sanieren. Wohlwissend, dass die Zeit knapp ist. Schließlich wird das Rebstockbad bereits im kommenden Jahr geschlossen und die 2,75 Millionen Euro teure Traglufthalle in Hausen bereits im Herbst 2020 aufgebaut. "Das ist sicher sportlich, aber machbar", betont Müller, dass die Titus- Thermen deswegen "alleroberste Priorität" hätten.

Freibad Hausen: Ortsbeirat teils gegen Sauna 

Vor 13 Jahren, sagt der BBF-Chef, sei die Sauna in der Nordweststadt letztmalig saniert worden. Deswegen sei dieser Schritt auch dringend notwendig. Vergrößert werden müsste die Landschaft dort allerdings nicht, sagt er auch. Sie biete bereits jetzt ausreichend Platz.

Mit einem in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 7 diskutierten aber zunächst zurückgestellten Antrag, in dem sich alle Mitglieder des Stadtteilgremiums, ausgenommen die CDU, gegen die temporäre Saunalandschaft im Hausener Freibad ausgesprochen haben, habe diese Entscheidung nur indirekt zu tun. Auch wenn es bereits ein Treffen mit den Stadtteilpolitikern gegeben habe. "Wir haben uns intern noch einmal Gedanken gemacht und diese Entscheidung getroffen", sagt Frank Müller nur.

CDU gibt Hoffnung auf Sauna im Freibad Hausen nicht auf

Etwas überrascht reagiert Ortsvorsteherin Michaela Will (SPD) auf diese Entscheidung. Nicht, weil sie diese unterstützt, sondern weil in dem gemeinsamen Gespräch mit den Bäderbetrieben diese Option ausgeschlossen wurde. "Ich möchte nicht die Entscheidung der Kollegen vorwegnehmen, aber ich gehe davon aus, dass die Mehrheit meiner Ortsbeiratskollegen diesen Schritt der Bäderbetriebe mittragen wird", sagt Will.

Dazu zählt auch die CDU, die sich stets als einzige Fraktion des Stadtteilgremiums für die Sauna im Hausener Freibad ausgesprochen hatte. "Wenn stattdessen die Titus-Thermen saniert werden, dann können wir damit gut leben. Aber vielleicht kann man die Entscheidung ja doch noch einmal überdenken", hat Veljko Vuksanovic die Hoffnung auf eine Saunalandschaft im Freibad noch nicht ganz aufgegeben. "Irgendwo müssen die Menschen, die bislang das Rebstockbad besuchten, ja hin", gibt er zu bedenken.

Freibad Hausen als Ersatz für Rebstockbad

Eingriffe in den Grüngürtel sowie der Verlust eines großen Teils der Liegefläche sind die Hauptgründe, die der Antrag im Ortsbeirat als Argumente gegen eine Sauna aufzählt. "Wir werden uns jetzt erst einmal zusammensetzen und diskutieren, wie es weitergeht", sagt Michaela Will.

Wie es weitergeht, wissen die Bäderbetriebe bereits. Von Herbst 2020 bis voraussichtlich 2024, abhängig ist dies von der Fertigstellung des neuen Erlebnisbades am Rebstockpark, soll die Traglufthalle im Hausener Freibad stehen. Die rechteckige, komplett geschlossene, zwölf bis 15 Meter hohe Traglufthalle wird die gesamte Beckenanlage sowie einen Teil der vorderen Liegewiese überdecken. Insgesamt wird so eine Fläche von 50 mal 55 Metern unter die Haube kommen. Die vorhandenen Umkleiden werden vergrößert, mit Mineralwolle umhüllt und über einen Gang mit der Schwimmhalle verbunden. Der ursprünglich zweite Gang fällt weg, denn er sollte zur Saunaanlage aus Containern führen. Jeweils vier Tage sollen der Auf- und der Abbau dauern, gelagert werden soll die Traglufthalle während des Sommers neben dem Volleyballfeld im Brentanobad. Gebaut wird die Traglufthalle, damit die 35 Schulen und 15 Vereine, die im Rebstockbad trainieren, auch nach dessen Abriss nicht auf dem Trockenen sitzen. Auch wenn alle dann noch enger als jetzt schon zusammenrücken. Denn die Wasserzeiten in Frankfurt sind knapp und heißt begehrt.

Ortsbeirat mit Planungen zu Freibad Hausen einverstanden

Umso mehr freut sich Frank Müller, dass die Planungen vom Ortsbeirat 7 "insgesamt als positiv" aufgenommen wurden. Von der Sauna abgesehen. "Es ist schön, dass die Schaffung der Ersatzwasserfläche in Hausen vom Ortsbeirat unterstützt wird. Vor allem für Schulen sowie Familien und Kindern ist diese enorm wichtig", sagt er, wohlwissend, dass die kommenden Jahre für viele Schwimmer auch Kompromisse bedeuten. "Es wird alles funktionieren und gut", ist Müller überzeugt.

Im Frankfurter Süden kämpft der Ortsbeirat 5 derweil gegen die maue Schwimmbad-Kapazität. Das Stadionbad soll dafür ganzjährig geöffnet werden, berichtet die Frankfurter Neue Presse.*  In den Frankfurter Bädern ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren frei. Das Angebot ist ein voller Erfolg. Und es gibt weitere gute Nachrichten.*

*Die Frankfurter Neue Presse ist Teil des bundesweiten Ippen-Digitalredaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare