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Regionale Produkte und fairer Handel gibt es beim Stijlmarkt im Casino auf dem Campus Westend. Hier ein Gin, gefärbt mit einer asiatischen Blüte.  

Stijlmarkt

Frankfurter Stijlmarkt: „Hier gibt es nicht diesen Einheitsbrei“

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Auf dem Frankfurter Campus Westend kamen zwei Tage lang sehr viele Menschen, um stylish wie nachhaltig einkaufen zu gehen. Lange Schlangen gab es bei den Foodtrucks.

Nicht jedes alte Auto eignet sich zum coolen Flaschenöffner. Bei der Auswahl ist Mathias Mergel wählerisch. Die Rede ist natürlich von Spielzeugautos. „Dafür suche ich im Internet keine neuen Spielzeugautos, sondern sie sollen aus den 60ern bis 90ern sein. Außerdem muss der Metallboden passen, so dass ich diesen auch gut auf den Flaschenöffner nieten kann“, erzählt Mergel, der für den Stijlmarkt auf dem Campus Westend am Wochenende aus Essen nach Frankfurt angereist ist.

Seine „Matchplopz“ verkauft er hier für 13 Euro das Stück. Überhaupt gibt es viel zu sehen und zu kaufen beim Stijlmarkt, den es in verschiedenen deutschen Städten gibt. Hier finden die Besucherinnen und Besucher nicht nur hipstertaugliche Produkte wie angesagte Stirnbänder für Winter und Sommer, sondern es soll ebenso laut Veranstaltern ein Ort für regionale Ware und fairen Handel sein.

Nachhaltigkeit ist Teil des Konzepts beim Stijlmarkt Frankfurt

Nachhaltigkeit ist ebenfalls Teil des Konzepts. Das Upcyclen wie bei den Spielzeugautos passt da gut, wie auch die upcycelten Vintage-Baumwollstoffe als Ersatz für Alu- oder Frischhaltefolien der Frankfurter Marke „ever & again“.

Pascal Scherz und seine Frau Maria Paula Arenas verkaufen mit ihrer Firma Kupa bunte Taschen und Rucksäcke, die in Kolumbien handgenäht werden.  

Aus Stuttgart sind Pascal Scherz und seine Frau Maria Paula Arenas angereist. Sie verkaufen Reisetaschen und Rucksäcke aus Leder und Stoff, aber auch ausklappbare Wickeltaschen und Kinderrucksäcke. „Wir sind die mit dem bunten Reißverschluss“, sagt Scherz. Kupa heißt die Firma, die Arenas’ Bruder in Kolumbien gegründet hat. „Wir haben mittlerweile 25 Mitarbeiter in Bogotá. Und alle Sachen sind aus kolumbianischen Materialien und werden dort von Hand genäht“, so Scherz. In Deutschland verkaufen sie auf Märkten sowie im Onlineshop. Die Wuppertaler Designerin Pia Heise macht hübsche Taschen und Rucksäcke aus alten Lastwagenplanen (129 Euro), aus ihrer alten Lederjacke hat sie ein Portemonnaie (29 Euro) gemacht.

Heise findet, dass der Stijlmarkt in Frankfurt ein gutes Publikum anziehe. „Die Leute sind hier sehr offen für Neues.“ Viele Besucherinnen und Besucher sind gekommen, die Gänge sind voll. Die meisten sind so zwischen 25 und 40 Jahre alt. Corinna (29) sagt: „Es ist cool, dass es hier regionale und nachhaltige Sachen gibt. Ich achte da selbst sehr drauf, ich kaufe auch keine Kleider mehr bei H&M“, sagt sie. Ihre Freundin Carina (29) will sich einfach inspirieren lassen: „Wir machen uns einen schönen Mädelstag.“

Stjilmarkt Franfurt: Lederjacken zum Verlieben

Aber es gibt auch zwischendrin Ü-50-Gäste. Wie ein Ehepaar aus dem Taunus. „Wir sind zum ersten Mal hier. Mich hat interessiert, wie junge Leute sich so stylen. Und hier gibt es nicht diesen Einheitsbrei. Das finde ich toll“, sagt die Frau aus Eschborn. Sie habe sich hier eben in eine Lederjacke verliebt. Ihr Mann lässt sich zwischendrin kurz den Bart beim Herrenfriseur stutzen. Der hat direkt in einer Ecke seinen Laden, der an Großvaters Zeiten erinnert, aufgebaut.

„Kleb’ dir ein neues Fahrrad“ steht an einem Stand. Hier kann man sein Rad neu und individuell mit Farbfolien bekleben. „Das ist dann gut, wenn beispielsweise die Tochter das Rad vom großen Bruder übernimmt. Da kann man es nach ihrem Geschmack neu bekleben und muss nicht gleich ein neues Rad kaufen“, sagt Cordula Holzmann vom Hamburger Label „Mooxibike“ zur Fahrradfolie. Außerdem: „Die Leute sollen den Künstler in sich entdecken.“

Lange Schlangen vor den Foodtrucks auf dem Campus Westend

Derweil bilden sich am Samstagnachmittag lange Schlangen draußen bei den Foodtrucks. Obwohl Regen angekündigt war, scheint die Sonne. Viele erholen sich vom Gucken und Shoppen auf den Holzbänken. Dort gibt es beispielsweise „Hipster-Chili“, an einem anderen Stand vietnamesisches Baguette mit Fancy Pork (feinem Schwein) oder Lemon-Grass-Tofu. Alle seien eigene Rezepte, und das Brot käme von einem Sachsenhäuser Bäcker, erzählt der Herr an der Kasse.

V’s Bánh Mì nennen sie sich. Bánh Mì ist das Wort für vietnamesisches Baguette. „Wir wollen uns hier ausprobieren und schauen, wie die Baguettes ankommen. Wir haben gerade erst angefangen“, sagt eine der Macherinnen und belegt fleißig weiter.  

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