Wo Schauspiel, Oper - und vielleicht Ballett - künftig zu Hause sein werden, wird nun geprüft.
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Wo Schauspiel, Oper - und vielleicht Ballett - künftig zu Hause sein werden, wird nun geprüft.

Schauspiel, Oper - vielleicht Ballett?

„Kulturstadt Frankfurt“ – Debatte um Zukunft der städtischen Bühnen

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Römer-Koalition einigt sich beim Thema Standortsuche für die Städtischen Bühnen. Doch auch inhaltlich besteht noch Diskussionsbedarf. Die Grünen in Frankfurt wollen das Ballett zurück.

  • Die Zukunft der städtischen Bühnen sorgt in Frankfurt schon lange für Diskussion.
  • Die Stabstelle zur Zukunft der städtischen Bühnen soll nun fünf mögliche Standorte prüfen.
  • Zusätzlich wollen die Grünen in Frankfurt das Ballett als Sparte der städtischen Bühnen zurück.

Frankfurt – Nach langen Querelen hat sich die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen auf eine Vorlage zur Suche nach einem neuen Standort für die Städtischen Bühnen geeinigt. Die Grünen, die das Papier zuletzt angehalten hatten, setzten Änderungen durch. So ist jetzt die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an dem Prozess festgeschrieben. „Die neuen Bühnen werden das Flaggschiff der internationalen Kulturstadt Frankfurt sein, deshalb wünschen wir uns, dass über das Projekt eine breite Debatte geführt wird“, sagte Grünen-Fraktionschef Sebastian Popp im Gespräch mit der FR.

Noch gewichtiger aber ist, dass die Grünen sich dafür einsetzen, dass Ballett wieder eine Sparte der Städtischen Bühnen wird. Damit soll eine Entscheidung aus dem Jahr 2004 korrigiert werden, die viele im Nachhinein als großen Fehler empfunden hatten. Seinerzeit hatte der damalige Magistrat im Zuge einer Sparrunde das Ballett als selbstständige Sparte gestrichen.

Der große US-Choreograph William Forsythe hatte als Intendant ab der Spielzeit 1984/85 das Ballett in Frankfurt zu Weltgeltung geführt. Als die Stadtregierung 2004 die Sparte abschaffte, gründete er im Januar 2005 die private The Forsythe Company. Ihre Finanzierung teilten sich das Land Hessen, der Freistaat Sachsen sowie die Städte Frankfurt und Dresden. Die Company trat abwechselnd in Frankfurt und Dresden auf. Als Forsythe sich 2015 zurückzog, übernahm Jacopo Godani die Leitung, das Ensemble hieß fortan Dresden Frankfurt Dance Company. Diese Regelung gilt bis heute.

Trennung der städtischen Bühnen vom Ballett: Eine Schwächung für den Tanz

„Für den Tanz war die Entwicklung eine Schwächung“, urteilte Grünen-Fraktionschef Popp. Das kulturpolitische Gewicht des Balletts sei als Sparte der Städtischen Bühnen größer gewesen. Deshalb drängen die Grünen jetzt darauf, dass bei einem Neubau der Städtischen Bühnen auch „überlegt wird, ob es wieder eine Sparte Tanz geben kann“.

In der gemeinsamen Vorlage der Römer-Koalition ist auf Drängen der Grünen auch festgehalten, dass der Neubau der Städtischen Bühnen den Anforderungen des Klimawandels Rechnung tragen müsse. Das gelte auch für die energetische Bilanz der neuen Gebäude.

Zukunft der Städtischen Bühnen: Standortvarianten werden nun geprüft

Die Stabsstelle zur Zukunft der Städtischen Bühnen wird jetzt von der Koalition beauftragt, fünf Standortvarianten zu prüfen. Dazu gehört der von der CDU favorisierte Neubau im Osthafen. Des Weiteren ein neues Bühnengebäude auf dem heutigen Areal am Willy-Brandt-Platz. Außerdem eine Teilung in Oper auf dem heutigen Platz und Schauspiel gegenüber am Willy-Brandt-Platz („Spiegel-Variante“). Es wird die „Kulturmeile“ geprüft: Neubau der Oper an der Neuen Mainzer Straße 47–51 und Neubau des Schauspiels am Willy-Brandt-Platz. Und als letzte Variante: ein neues Schauspiel am Opernplatz, während die Oper am Willy-Brandt-Platz verbleibt.

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