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Tarek Al-Wazir (Grüne) auf einer Pressekonferenz (Archivbild).

"Frankfurter Bogen"

Land hofft auf 200.000 Wohnungen

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Hessens Wirtschaftsminister Al-Wazir (Grüne) sagt Frankfurts Umlandkommunen Geld und Unterstützung zu. So sollen tausende neue Wohnungen entstehen.

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hofft, dass in und um Frankfurt bis zu 200.000 bezahlbare Wohnungen entstehen. Sie sollen in jenen 54 Städten und Gemeinden gebaut werden, von denen sich Frankfurt in einer halben Stunde mit dem Zug erreichen lässt – und zwar jeweils maximal einen Kilometer von der Bahnstation entfernt. 

Frankfurt: Al-Wazir will neue Wohnungen im Umland

Am Donnerstag empfing Al-Wazir die Vertreterinnen und Vertreter dieser Kommunen zu einer Konferenz in seinem Ministerium, um über dieses Projekt zu beraten, das er als „Großen Frankfurter Bogen“ bezeichnet. Anschließend berichtete der Minister, der auch für Wohnen und Verkehr zuständig ist, von positiven Reaktionen. „Alle haben gesagt: Wir kommen gerne wieder“, sagte Al-Wazir. Für Frankfurt nahm nach seinen Angaben der Leiter des Stadtplanungsamts, Martin Hunscher, teil.

 Der Minister erläuterte, wie das Land den Wohnungsbau in den Gemeinden rund um Frankfurt zusätzlich fördern will. So ist Hessen bereit, Machbarkeitsstudien für mögliche Baugebiete zu bezahlen. Der Friedrichsdorfer Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) sagte, dies sei gerade für kleinere Gemeinden ein wichtiger Anschub. Wenn ein solches Vorhaben in Angriff genommen werden solle, fragten Bürger, Gemeindevertreter und Magistrat, wie es denn konkret aussehen solle. 

Frankfurt: Land Hessen fördert Sozialwohnungen - Al-Wazir spricht von bis zu 10.000 Euro 

Dies lasse sich aber nur beantworten, wenn es so eine Machbarkeitsstudie gebe. Die koste aber rund 60.000 Euro, was sich gerade kleinere Gemeinden nicht leisten könnten oder wollten, berichtete Burghardt. Mehr Geld als für andere Kommunen soll im „Großen Frankfurter Bogen“ auch über das Programm „Nachhaltiges Wohnumfeld“ fließen. Es umfasst den Bau von Begegnungsstätten, Kitas und anderer sozialer Infrastruktur, von Grün- und Spielflächen oder Fuß- und Radwegen. 

Außerdem will Hessen das Angebot an sozial geförderten Wohnungen stärken, indem es die finanziellen Anteile übernimmt, die sonst von Kommunen bezahlt werden müssen. Das betrifft zum einen den Kauf von Belegrechten, also die Verlängerung der Sozialbindung bestehender Sozialwohnungen. Zum anderen gibt das Land zusätzliches Geld, wenn Kommunen Sozialwohnungen errichten. Hier geht es nach Al-Wazirs Worten um bis zu 10.000 Euro pro neu gebauter Wohnung. Anträge ab 1. Dezember Anträge für die Programme können vom 1. Dezember an gestellt werden. 

Frankfurt: Al-Wazir lobt Bürgermeister 

Zudem bietet das Land an, über die Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte (NH) bei der Erschließung von geeigneten Flächen zu helfen. So stelle die NH mit ihren Fachleuten „eine Art Bauamt auf Zeit“ für kleinere Kommunen zur Verfügung, die nicht über genügend eigene Experten verfügen. Zwei Bürgermeister saßen bei der Pressekonferenz neben dem Minister und erläuterten eigene Wohnungsbauvorhaben: neben dem Grünen-Politiker Burghardt die parteilose Monika Böttcher aus Maintal.

Beide entwickeln Wohnungsbauprojekte in ihren Kommunen, wofür sie Lob von Al-Wazir erhielten. Mit Blick auf die übrigen Kommunen fügte der Minister hinzu, es sei „nicht so, dass alle tätig sind“. Manche hätten die Bautätigkeit zu Zeiten gestoppt, als man noch von „Schrumpfungsprozessen“ bei der Einwohnerzahl ausgegangen sei. Die FDP bezeichnete den „Großen Frankfurter Bogen“ als „Marketing“. Der entscheidende Schlüssel sei es, den Bau von Schulen, Kindergärten und Straßen über den Kommunalen Finanzausgleich so zu finanzieren. Dann wären Kommunen bereit, Bauland auszuweisen.

Geldsorgen hat Eschborn keine. Doch die Infrastruktur der Kleinstadt mit den großen Gewerbegebieten lässt zu wünschen übrig. In Neu-Isenburg entstehen 56 neue Eigentumswohnungen. Die Nassauische Heimstätte als Bauherrin hat bereits mit dem Vertrieb begonnen.
Von Pitt von Bebenburg

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