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Blick auf den Fernsehturm, daneben das Hochhaus der Deutschen Bundesbank.

Sanierung

Frankfurt: 40 Millionen Euro für Paulskirche und Fernsehturm

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Der Deutsche Bundestag bewilligt Gelder für die Sanierung beider Bauwerke. Der „Ginnheimer Spargel“ soll wieder für alle öffnen.

Der Deutsche Bundestag unterstützt die Sanierung des Fernmeldeturms und der Paulskirche mit rund 40 Millionen Euro. Das beschloss der Haushaltsausschuss am Donnerstag in Berlin. Für die Sanierung der Paulskirche stehen rund 19,5 Millionen Euro bereit. Für den Frankfurter Fernsehturm, auch „Ginnheimer Spargel“ genannt, wurden bis 2026 knapp 24 Millionen Euro genehmigt, davon ein Million Euro im kommenden Jahr.

Zwanzig Jahre nach seiner Schließung könnte der Frankfurter Fernsehturm damit wieder für die Allgemeinheit öffnen. Der Besitzer und Betreiber des mit 337,5 Metern zweithöchsten deutschen Fernmeldeturms, die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm (DFMG), hat in einer Machbarkeitsstudie untersuchen lassen, was für eine Wiedereröffnung nötig wäre.

Frankfurt: Fernsehturm ist ab sofort Kulturdenkmal

Kurz zuvor hatte das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden das zwischen 1974 und 1979 entstandene Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt. Es gilt ab sofort als Kulturdenkmal. Das war die Voraussetzung dafür, dass der Bund Geld für eine Sanierung bewilligen konnte.

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DFMG-Sprecher Benedikt Albers macht gegenüber der FR deutlich: „Die Sanierung wäre der erste Schritt zur Wiedereröffnung.“ Die DFMG habe Interesse daran, den sanierten Funkturm wieder für die Allgemeinheit zu öffnen. Wenn es dazu käme, würde die Gesellschaft die Räume an einen privaten Betreiber, etwa einer Gastronomie, verpachten.

Frankfurt: Fernsehturm seit 1999 für die Öffentlichkeit geschlossen

In den beiden unteren Etagen der Kanzel des Europaturmes waren früher ein Restaurant und eine Diskothek betrieben worden. 1999 musste der Turm für die Öffentlichkeit geschlossen werden, da der Brandschutz nicht mehr den Anforderungen genügte und niemand Millionen für eine Sanierung bezahlen wollte. Die leerstehenden Etagen wurden bereits 2006 bis 2008 von Asbest befreit, wie Albers sagt. Sie seien jetzt entkernt.

„Es wäre großartig, wenn es gelänge, den Frankfurter Fernsehturm wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, erklärt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der Gespräche zu diesem Thema auf Bundesebene geführt hat.

Frankfurt: Fernsehturm mit Kanzel auf 59 Metern Durchmesser

Das Landesamt für Denkmalpflege teilt mit, der Turm sei „aus geschichtlichen, städtebaulichen und technischen Gründen von öffentlichem Interesse“. Markus Harzenetter, der Präsident des Landesamtes für Denkmalschutz, hebt hervor, dass der Turm bei seiner Erbauung „Inbegriff modernster Kommunikationstechnologie“ gewesen sei. Der Turm sei solider gebaut als alle Vorgänger, der Durchmesser der Kanzel mit 59 Metern einmalig, nur aufgrund seiner Antenne sei der Funkturm in Berlin höher.

Das Bauwerk bilde mit dem Riegel der benachbarten Bundesbank nördlich der Autobahn A66 ein „imposantes Eingangsmotiv für Autofahrer aus Nordwesten“. Aus historischen Quellen sei belegt, dass das Eingangsgebäude, über das man mittels Rampen und Treppen gelangt sei, „einen futuristischen Eindruck auf die Zeitgenossen gemacht habe“.

Fernsehturm in Frankfurt ist Beispiel des Brutalismus‘

Stilistisch ordnen die Denkmalschützer das Betonbauwerk dem Brutalismus zu. Die Betonhaut entspreche dem damaligen Bestreben, „das Material und die Konstruktion eines Gebäudes nicht länger zu verhüllen, sondern sichtbar zu machen“.

Als bedeutsam stufen die Wissenschaftler im Inneren des Gebäudes unter anderem „die künstlerisch gestalteten Wandverkleidungen aus Stahlblech“ ein.

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