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Weihnachten auf der Zeil: Der Frankfurter Markt ist besonders zentral gelegen.

Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt in Frankfurt lockt vor allem Touristen an

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Der Frankfurter Weihnachtsmarkt wird auch bei ausländischen Gästen immer beliebter. Ob das an der neuen Altstadt liegt, ist umstritten.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt wird immer internationaler. Zumindest was die Herkunft der Besucher angeht. „60 Prozent unserer Kunden sind Touristen“, schätzt Lena Roie. Sie managt auf dem Weihnachtsmarkt den großen Stand des Frankfurter Käsefondues auf dem Römerberg und stellt sich zunehmend auf ausländische Besucher ein. „Ich habe acht Sprachen am Stand“, verkündet sie stolz. Soll heißen, die hungrigen Besucher können sich unter anderem auch auf Russisch, Arabisch oder Koreanisch erklären lassen, was es mit dem Frankfurter Käsefondue auf sich hat.

Roies Einschätzung deckt sich in etwa mit der der städtischen Tourismus- und Congress GmbH (TCF). Deren Chef Thomas Feda geht von 40 Prozent Einheimischen aus. Zudem komme etwa jeder fünfte Gast aus dem Ausland. Die restlichen 40 Prozent verteilen sich auf das Umland von Mainz bis Marburg. Im kommenden Jahr möchte Feda mit Hilfe der Telekom eine genauere Analyse zu der Herkunft der Weihnachtsmarktbesucher erheben. Das soll mit einer Funkzellenauswertung möglich sein.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt: Uneinigkeit über Zahl der Besucher

Uneinigkeit gibt es zwischen den Tourismusexperten der Stadt und den Schaustellern über die diesjährigen Besucherzahlen. Lena Roie geht davon aus, dass in diesem Jahr deutlich mehr Menschen auf dem Weihnachtsmarkt waren als in den vergangenen Jahren und führt das auf die angrenzende neue Altstadt zurück. Der gleichen Ansicht ist ihr Onkel Thomas Roie, Präsident des Schaustellerverbands Frankfurt/Rhein-Main: „Durch die neue Altstadt kommt noch mal ein Brocken an Besuchern obendrauf.“ 

Kurt Stroscher, bei der TCF für den Weihnachtsmarkt zuständig, ist anderer Ansicht. „Wir werden wie im vergangenen Jahr bei etwa 2,8 Millionen Besuchern landen.“ Genau wie im vergangenen Jahr habe es auch in diesem Jahr doch einige Regentage gegeben, die einer noch besseren Gesamtbesucherzahl im Wege stünden. Darüber hinaus sind die TCF-Verantwortlichen selbstbewusst genug, ihren Weihnachtsmarkt und nicht die neue Altstadt als die eigentliche Attraktion zu sehen. Es sei vielmehr so, dass Weihnachtsmarktbesucher auch noch mal durch die neue Altstadt liefen und nicht umgekehrt, glaubt Feda.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt: Schätzungen zur Besucherzahl sind subjektiv

Weihnachten auf der Zeil: Der Frankfurter Markt ist besonders zentral gelegen.

Stroscher räumt ein, dass es genaue Zahlen zu den Besuchern nie geben werde und die Schätzungen immer von subjektiven Eindrücken geprägt sind. „Wenn Sie Schausteller am Mainkai fragen, werden die sagen, es gab massiv weniger Besucher, weil die Busparkplätze in Sachsenhausen weggefallen sind.“ Touristen, die dort am Schaumainkai abgeladen wurden, landeten nach dem Fußmarsch über den Eisernen Steg zwangsläufig erst mal an den Ständen am südlichen Ende des Weihnachtsmarkts.

Genau dort hat Ludwig Levy seit vielen Jahren seinen Imbisswagen mit Backfisch. Über weniger Besucher klagt er nicht. Es habe zwar an „drei Haupttagen“, nämlich an Wochenenden, Regen gegeben, „aber wir können uns in Frankfurt nicht beschweren“. Vielmehr sei es so, dass „wir mittags schon ganz schön ranklotzen müssen“. Auch Thomas Roie zeigte sich überrascht, wie viele Besucher zur Mittagszeit selbst im Regen auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs gewesen seien. Er führt es auf die neue Altstadt zurück, Feda von der TCF auf die zentrale Lage des Frankfurter Weihnachtsmarkts, der bundesweit „eine Besonderheit“ sei.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt: Warme Witterung schlecht fürs Geschäft

Der Markt würde vermutlich noch außergewöhnlicher, wenn auch das Mainufer bespielt werden könnte. In diesem Jahr hat die TCF trotz der Sperrung des Mainkais für Autofahrer davon abgesehen, das Mainufer zu bespielen. „Sollte die Sperrung langfristig bestehen, werden wir aber die Ersten sein, die die Hand heben“, betont Feda.

Hintergrund: Die Stadt, aus der fast alle Weihnachtskugeln der Welt kommen, liegt in China

Die warme Witterung hat die Besucher übrigens wohl nicht von einem Weihnachtsmarktbesuch abgehalten. Selbst Lena Roie hat durch den lauen Dezember mit ihrem Käsefondue keine Umsatzeinbußen. „Den Touristen ist es egal, ob es warm oder kalt ist.“

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