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Frankfurt wächst. Das stößt, wie hier östlich der Friedberger Landstraße, auch auf Widerstand.

Stadtentwicklung 

Wie Frankfurt weiter wachsen will

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Das Stadtparlament hat ein Konzept für die weitere Entwicklung beschlossen. Die Opposition kritisierte das Papier scharf.

Das Frankfurter Stadtparlament hat am Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen ein Konzept beschlossen, das Leitlinien und Leitprojekte für die Entwicklung der Stadt bis ins Jahr 2030 benennt. Das in fast fünfjähriger Arbeit und mit umfangreicher Bürgerbeteiligung entstandene Papier, für das die Verwaltung 222 Areale in der stark wachsenden Stadt untersuchte, soll als strategischer Orientierungsrahmen dienen.

Die Stadtverordneten beauftragten den Magistrat, nun die Entwicklung von acht in dem integrierten Stadtentwicklungskonzept genannten Schwerpunkträumen ressortübergreifend vorzubereiten. Darunter sind Areale, die bereits in der Prüfung oder kurz vor der Realisierung sind, wie der Bereich für neue Stadtquartiere im Nordwesten Frankfurts an der A5, das Ernst-May-Viertel im Bereich Bornheim-Seckbach und das zu Bockenheim zählende Römerhof-Areal. Weiterentwickeln will die Stadt aber auch etwa den Gutleuthafen, in dem Wohnraum entstehen könnte, Siedlungen im „mittleren Norden“ der Stadt, die verdichtet werden könnten, die Innenstadt, sowie Flächen in den Bereichen Griesheim-Nied und Sossenheim-Rödelheim.

Frankfurt: Norden der Stadt taucht in dem Konzept nicht auf

Der Pfingstberg im Norden der Stadt, für dessen Entwicklung sich die Sozialdemokraten seit Jahren stark machen, taucht in dem Konzept dagegen nicht auf. Nach Streit in der Koalition beschloss das Stadtparlament das Papier ohne eine zunächst angehängte Strategiekarte, die Perspektivflächen zeigt.

Die Untersuchungen für das integrierte Stadtentwicklungskonzept zeigten, dass es möglich sei, den Frankfurter Wohnungsbedarf ohne Eingriffe in den Grüngürtel zu decken, sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Dafür müsste die Stadt allerdings auch ihre Flächen östlich und westlich der Autobahn 5 in Nähe von Steinbach und Oberursel bebauen dürfen. Scharf kritisierte Josef denn auch die ablehnende Haltung der CDU in der Region. Er warf dieser „reinen Populismus“ vor. Gegen diesen werde er kämpfen. Schließlich sei es dringend nötig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Schon jetzt kämpften die Menschen in Frankfurt gegen Verdrängung.

Frankfurt: Streit um Stadtentwicklung zwischen CDU und SPD

Der wohnungspolitische Sprecher der CDU im Römer, Albrecht Kochsiek, sprach von einem großen Schritt nach vorne. Das Konzept biete die Chance, Wohnraum zu schaffen und so den Druck vom Markt zu nehmen. Er betonte, dass auch die CDU-Fraktion hinter der Entwicklung eines neuen Stadtteils im Nordwesten stehe. Verwundert zeigte er sich, dass Josef in seiner Rede so eine aufgeheizte Stimmung verbreitet habe. „Nehmen Sie die angrenzenden Gemeinden mit!“, forderte Kochsiek. Der planungspolitische Sprecher der Grünen, Uli Baier, warb für einen breiten Konsens für den neuen Stadtteil. Und kritisierte auch den Streit zwischen den Koalitionspartnern CDU und SPD.

Die Koalition lehnte das Konzept ab. Elke Tafel-Stein (FDP) sagte, ihrer Fraktion kämen einige Aspekte viel zu kurz. So spiele etwa das Thema Mobilität in dem Papier kaum eine Rolle. Schärfer äußerte sich Eyup Yilmaz (Linke). Das Konzept verdiene seinen Namen nicht. Es bleibt vage und biete keine Vision. Der Koalition warf Yilmaz vor, nach Investoreninteressen zu entscheiden. Mathias Mund (BFF) sprach von einer Mogelpackung. Das Konzept bestehe zum größten Teil aus Plattitüden und unverbindlichen Absichtsbekundungen.

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