Kunsthalle Schirn

Protest gegen Ausstellung „König der Tiere“ in Frankfurt

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Die Kunsthalle Schirn reproduziere den „kolonialdeutschen Macht- und Herrschaftsanspruch“, behaupten Initiativen. 

Protest gegen die Ausstellung „König der Tiere – Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“ in der Kunsthalle Schirn. Die „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ und die Gruppe „Frankfurt Postkolonial“ haben am Sonntag vor Ort diese Schau kritisiert.

Die Kunsthalle Schirn reproduziere mit den Gemälden Kuhnerts den „kolonialdeutschen Macht- und Herrschaftsanspruch des 19./20. Jahrhunderts ungebrochen und fast unkommentiert“. Schirn-Direktor Philipp Demandt übernehme „nur mangelhaft geschichtliche Verantwortung“. Ein offener Dialog mit Menschen afrikanischer Herkunft und schwarzen Menschen werde als nicht notwendig erachtet.

Kuhnert habe sich mit dem Pinsel und mit dem Gewehr „an der kolonialen Aneignung von Menschen, Land und Tieren“ beteiligt.

Schirn-Direktor Demandt hatte nach der Eröffnung der Ausstellung im Spätherbst 2018 auf öffentliche Kritik an der Schau reagiert und die Begleittexte der Gemälde und Fotografien an einigen Stellen geändert. Die Initiativen warfen der Stadt auch vor, dass sie den Dialog mit dem Frankfurter Zoo pflege, einer Institution, „die letztlich selbst aus kolonialen Perspektiven entstand“.

„Historische positionierte Kunst“ wie des Malers Wilhelm Kuhnert müsse „im gegenwärtigen, reflektierten Kontext“ gezeigt werden, urteilten die beiden Initiativen.

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